Endlich wieder im Wald

Nach 15 Tagen Nicht-Laufen ging es heute endlich mal wieder in den Wald. Die Luft war herrlich, die Sonne schien und es war kalt. Der Haxtergrund hat sehr laut gerufen – ich habe es genau gehört. Also habe ich mich auf den Weg gemacht.

Ich bin ein Stück des „Alten Pilgerweges“ gelaufen – allerdings war an einer Stelle der Weg dank des Sturms Friederike komplett gesperrt, so dass ich wieder umgekehrt bin. Das wäre mir doch zu viel Kletterei gewesen.

Außerdem habe ich noch einen lustigen Schneemann entdeckt.

Insgesamt bin ich heute fast 16 km gelaufen – allerdings seeeeehr langsam in einem Durchschnittstempo von ca. 8 Min./km. Die Pause habe ich doch gemerkt und alles andere, wäre mir direkt zu viel gewesen. Und so bin ich lieber langsam und dafür länger gelaufen. Das mag ich ja generell viel lieber. Ich kann auch nicht sagen, dass ich total locker und leicht gelaufen bin. 😉 Das macht aber nichts. Es war trotzdem total schön.

Da ich Trainingspläne ja so gerne mag, habe ich mir direkt mal einen erstellt. Schließlich möchte die Harzquerung Ende April vernünftig gelaufen werden: 51 km von Wernigerode bis Nordhausen. Als wäre die Strecke nicht schon beeindruckend genug – sind insgesamt 1.360 Höhenmeter bergauf zu überwinden…

Ich gebe zu, ein bisschen verrückt, finde ich diese Aktion schon. Da tanze ich seit Jahren um den Hermannslauf herum, den ich mit 31 km und 515 HM rauf und 710 HM runter schon mehr als spektakulär finde. Aber statt den erstmal zu laufen, lege ich gleich eine Schüppe mehr drauf. Nun gut. Ich werde den Weg des Hermannslauf dann wohl mal als Übungslauf vorab machen. Der richtige Hermannslauf ist auch genau am Tag nach der Harzquerung und ich habe dort schon einen anderen Termin, somit ist das eh keine Option…

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Streak-Ende und Pause

Heute gibt es ein sportliches Update von mir. Gerne hätte ich jetzt geschrieben, dass Pokalschreck Paderborn die Bayern besiegt hat. Schade. Dieses Wunder ist ausgeblieben. Auch wenn uns vorher allen klar war, dass die Bayern gewinnen werden, bleibt ja doch immer so ein bisschen Hoffnung, dass doch ein Wunder geschieht. Nun gut – stolz auf den Einzug ins Viertelfinale sind wir; und sich unabhängig vom Ergebnis sehr gut geschlagen und präsentiert hat sich der SCP alle mal.

Also beschäftigen wir uns doch wieder mit dem Laufen…. Also zumindest gedanklich…

Am 28.01. habe ich am ersten Wettkampf des Jahres teilgenommen und bin in Hamm 10 km gelaufen. Gemeinsam mit einem Teil unserer wunderbaren Laufgruppe hat es sehr viel Spaß gemacht und mit meiner Zeit von um die 53 Minuten bin ich auch sehr zufrieden.

Das war dann auch der 28. Tag meines Januar-Streaks… und damit auch der letzte. Schon nachmittags habe ich gemerkt, dass ich schlapp war und mein Hals schmerzte. Das steigerte sich jeden Tag zu einer fetten Mandelentzündung mit Fieber und allem drum und dran. Ausgestreakt hatte es sich sehr deutlich. Das 2. Antibiotikum hat dann auch endlich angeschlagen, so dass es seit dem Wochenende wieder bergauf geht. Diese Woche kuriere ich mich noch weiter aus und ich denke, Mitte nächster Woche gehe ich das erste Mal wieder laufen. Zum Yoga gehe ich etwas früher schon wieder.

Mir ist aufgefallen, dass der Streak nicht so richtig meine Trainingsmethode ist. Ich hätte nicht gedacht, dass es so herausfordernd sein kann, jeden Tag ein bisschen zu laufen. Zum Ende hin hat mich das doch irgendwie gestresst. Und mir waren die Strecken einfach zu kurz. Mir fehlte dieses positive Gefühl, dass sich bei längeren Läufen (10 km aufwärts) einstellt. Fazit ist also: Ich bin froh, dass ich es mal ausprobiert habe und ich werde es so schnell nicht noch mal machen. 🙂 Hier noch der Rückblick zum Streak:

Ansonsten habe ich ein neues Buch, das mich sehr begeistert:

Nach aktuellem Plan werde ich Anfang März an meinem ersten 6-Stunden-Lauf teilnehmen und Ende April steht die Harzquerung mit 51 km und zig Höhenmeter an. Ich bin gespannt.

Halbzeit im Streak!

Yeah!! Ich habe die Hälfte meiner Challenge geschafft. Ich war jetzt im Januar jeden Tag laufen – die Strecken waren 1,7 km und 19,4 km lang. Einige kurze Läufe habe ich morgens vor dem Frühstück gemacht. Das habe ich früher auch schon mal öfters gemacht und ich habe wieder festgestellt, wie gut mir das tut. Ich fühle mich einfach richtig gut, wenn ich so in den Tag starte.

Gestern stand ein ganz besonderer Lauf auf dem Programm. Ich habe meinen Sohn mitgenommen. Mehr dazu gibt es hier.

Jetzt also noch 15 Tage und dann laufe ich wieder in meinem normalen Turn (2-3 Mal/Woche) weiter. Körperlich macht es mir erstaunlich wenig aus. Ich hatte bisher an Tag 4 und an Tag 13 einen kleinen Hänger. Was mich mehr herausfordert, es tatsächlich zeitlich jeden Tag unter zu bekommen, dann lohnt es sich für die kurzen Läufe kaum sich umzuziehen und das Waschen der Klamotten nimmt echt Überhand… Ich trage sie zwar bei den kurzen Läufen auch zwei Mal, aber es ist dennoch wesentlich mehr als sonst.

Hut ab an die Langzeitstreaker. Der Rekord liegt bei über 52 Jahren (!). 😳

Neues Jahr – neue Challenge

Da habe ich doch gestern noch behauptet, ich hätte keine weiteren Pläne für dieses Jahr. Hah! Da habe ich die Rechnung ohne meine liebe Laufgruppe gemacht. 😅 Dort kam heute morgen der Vorschlag von Verena an der Runnersworld-Januar-Streak mit zu machen. Der Deal ist jeden Tag im Januar mindestens 1 Meile (also 1,6 km) zu laufen. Erst fand ich die Idee total absurd. Doch wie die Gruppendynamik manchmal so ist… Außerdem liebe ich Challenges. ☺️ Ich habe immer mal wieder welche gemacht: 30 Tage Liegestützen, 30 Tage Zuckerfrei, 30 Tage jeden Morgen Yoga, 30 Tage Konsumfrei,… Jetzt also 30 Tage laufen. Ich bin gespannt und werde berichten.

Heute bin ich in 8 km dem Silvesterkater davon gelaufen. Das hat geklappt und es lief richtig gut heute. Tag 1 der Challenge: 💪🏻🏃🏼‍♀️.

Mein sportlicher Jahresrückblick

Nun geht das Jahr 2017 zu Ende und es wird Zeit für einen sportlichen Jahresrückblick, der sich in Zahlen wie folgt ausdrückt:

  • 1.334 gelaufene Kilometer in 123 Einheiten
  • 160 erwanderte Kilometer
  • 388 mit dem Rad gefahrene Kilometer (zumindest die, die ich aufgezeichnet habe. Meine täglichen Rad-Kilometer sind da gar nicht drin)
  • 91 Stunden Yoga
  • Und weitere Sportaktivitäten wie Schwimmen, Spinning, Krafttraining und Klettern.

Insgesamt komme ich im Jahr 2017 auf 313 Stunden Sport. Das klingt jetzt erstmal brutal viel und viele fragen mich auch, wie ich es schaffe, so viel Sport zu machen. Meine Antwort ist, dass ich wohl noch mehr darüber rede als es tatsächlich zu tun. 😉 Es sind heruntergerechnet, tatsächlich im Durchschnitt nur 6 Stunden Sport pro Woche. Mal gibt es eine Woche mit fast 10 Stunden und dann mal wieder eine von weniger als 4 Stunden. Das ist genau passend für mich. Bei den langen Läufen kommen dann natürlich noch die Rüstzeiten dazu – sprich die Fahrten und die Regenerationszeit danach. Daher plane ich diese Läufe immer gut ein. Alles andere bekommt man immer ganz gut unter.

Ein absolutes Highlight in diesem Jahr war natürlich mein erster Marathon in Köln, der mir sofort ein Lächeln auf die Lippen zaubert, sobald ich nur daran denke. Doch auch mein zweiter Marathon war ein wunderschönes Erlebnis, genauso wie mein 1. Halbmarathon unter 2 Stunden. Der Lauf in Holland sowie die beiden Läufe nach Bielefeld (Nr. 1 und Nr. 2) sind mir sehr in Erinnerung geblieben. Ein weiteres Highlight waren die Läufe des Hochstiftcup und auch der Martinslauf in Paderborn. Ganz besonders deshalb, weil wir nach dem Martinslauf mit meinen „neuen“ Lauffreunden zusammen saßen. Das war tatsächlich etwas ganz neues in diesem Jahr. Die ganzen Jahre war ich bis auf wenige Ausnahmen Alleineläufer und mittlerweile habe ich dank des Hochstiftcups eine wunderbare Truppe von weiteren verrückten Läufern gefunden. Schön, dass es euch gibt!

Und so freue ich mich auf neue sportliche Herausforderungen in 2018. Eine wird ganz sicherlich der Start meiner Yogalehrerausbildung sein, so dass die Yogazeiten im nächsten Jahr wohl höher ausfallen dürften. Und dann möchte ich mich vermutlich im März an meinen ersten 6-Stunden-Lauf wagen – also einen ersten Ultra (> 42 km). Wenn das von Erfolg gekrönt ist, steht Ende April vermutlich die Harzquerung auf dem Plan. Weiter geplant habe ich aber noch nicht. Ich werde mal schauen, was das neue Jahr so bringt. Und dann brauche ich auch mal einen neuen Namen für meine Seite „Mein Weg vom Halbmarathon zum Marathon“ ist ja nun durch.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen guten Rutsch und viele schöne Erlebnisse in 2018!

Vom Velmerstot zum Hermannsdenkmal

Den heutigen Nachmittag habe ich dazu genutzt, ein Stück vom Hermann zu laufen. Los ging es mit dem Zug von Paderborn nach Leopoldstal. Auf dem Weg habe ich mir noch einen Kaffee gegönnt (in einem „bösen“ togo-Becher, die ich ja möglichst versuche zu vermeiden. Immerhin habe ich den Deckel weg gelassen…. Der Kaffeedurst war einfach zu groß.)

Als erstes ging es etwa 2 km bis zum Lippischen Velmerstot hoch. Leopoldstal liegt bei etwa 285 m und der Velmerstot auf 441 m Höhe. Es ging also tatsächlich richtig hoch. Oben war es auch recht windig und kalt. Und so einsam, dass ich sogar ein Reh entdeckt habe.

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Blick vom Velmerstot

Dann war ich kurz verwirrt, wo denn nun der Hermannsweg weitergeht – Ich wollte ja nicht einfach irgendwo runterlaufen – sonst hätte ich möglicherweise noch einen zweiten Anstieg gehabt… Ich bin dann aber doch fündig geworden und es ging an den Abstiegslauf über Stock und Stein. Das war gar nicht so einfach zu laufen. Ab jetzt kamen mir auch mehrere Wanderer entgegen und weil heute Weihnachten ist, hat auch fast jeder gegrüßt und „Frohe Weihnachten“ gewünscht. Das war echt schön. Sonst läuft man oft schweigend aneinander vorbei. Heute nicht.

Dann folgte der schönste Teil des Laufes. Es ging leicht bergab durch das Silberbachtal. Das war richtig schön und sogar die Sonne kam ein bisschen raus. So hätte ich ewig weiterlaufen können…. Aber wie das beim Hermannsweg so ist, der nächste Anstieg kommt bestimmt. Nach zwei anstrengenden An- und Abstiegen war ich schließlich bei den Externsteinen.

Ich hatte jetzt ca. 10 km hinter mir. Das klingt eigentlich nicht viel, aber durch die vielen Höhenmeter habe ich die schon ganz schön gemerkt. Und von richtig laufen konnte eigentlich auch nicht die Rede sein. Entweder ging es steil bergauf (da gehe ich eh) oder es ging bergab und dann aber über viele Steine und Wurzel oder so steil, dass ich eigentlich auch nicht laufen konnte. Und die Passagen, die mal ohne Steigung sind, waren oft so matschig, dass ich bei jedem Schritt weggerutscht bin. Ich war tatsächlich heute mal sehr am kämpfen. Und die nächsten 10 km bis zum Hermannsdenkmal waren auch nicht besser. Ich habe den Weg und meine Entscheidung diverse Male verflucht und sehr viel vor mich hingeschimpft. Zwischendurch habe ich auch überlegt, ob ich die ganze Aktion abbreche und einfach zum nächsten Bahnhof laufe. Doch so viel weniger wäre das nicht gewesen und am Ende hat der Wille, es doch bis zum Hermann zu schaffen, doch groß genug. Und so stand ich bei km 20 endlich davor. Hurra!

Allerdings war das glückliche Ankommen nur von kurzer Dauer. Am Hermannsdenkmal gibt es schließlich kein Bahnhof… Und der in Detmold ist nochmal über 5 km entfernt…. Ich war mittlerweile echt platt und bin zwei km (trotz angenehmer Bergab- und anschließend Flach-Strecke) gegangen. Und dann kam plötzlich die Energie wieder. Ich habe mir Musik auf die Ohren geschmissen und konnte wieder laufen. Es ist immer wieder spannend, wie schnell sich das ändern kann. Und so bin ich die letzten km bis zum Bahnhof im normalen Tempo gelaufen. Nach insgesamt 25,5 km bin ich am Bahnhof angekommen, da konnte ich mich am Kiosk noch mit Verpflegung eindecken und mich dann glücklich in den Zug setzen. Mein ganzer Ausflug hat 4 Stunden gedauert (inklusive der Pausen am Velmerstot, den Externsteinen und am Hermann). Jaaa – recht langsam. 🙂 Der Zug nach Paderborn zurück führte wieder über Leopoldstal und braucht für die Strecke ganze 11 Minuten. 😉 Aber mein Weg war definitiv mit mehr Erlebnis und mehr Schweinehundüberwindung.

Marathon Nr. 2

Heute bin ich dann mal meinen 2. Marathon gelaufen. 😊 Die Endorphinjunkies aus Dortmund hatten zum Glühwein-Marathon eingeladen. Zusammen mit Jörg und Hannes habe ich mich morgens zum 6 Uhr auf den Weg gemacht. Ein bisschen verrückt muss man irgendwie schon sein, dass man sonntags freiwillig um 5 Uhr aufsteht…. 😊

Der Lauf war ein Gemeinschaftslauf, d.h. das Tempo wurde so angepasst, dass alle gut mitlaufen konnten. Zwischendurch gab es kleine Pausen, so dass alle wieder zusammen waren. Um 7.45 Uhr ging es los – mit dem Kommando „Los geht’s“. Es war ja kein offizieller Lauf mit Zeitnahme o.ä. Die ersten etwas über 27 km führten am Phönixsee entlang Richtung Holzwickede und wieder zurück. Wir waren ein sehr nettes kleines Trüppchen und dank richtig toller Gespräch, die weit übers Laufen hinausgingen, ging die Zeit fix rum.

Um 11 Uhr waren wir wieder am Parkplatz. Hier warteten schon die Glühweinläufer auf uns. Nach kurzer Pause ging es in großer Gruppe auf weitere etwas über 15 km. Dieses Mal Richtung Dortmund City über den Weihnachtsmarkt – vorbei am berühmten, größten Weihnachtsbaum. Die Blicke der Besucher des Weihnachtsmarkts waren wirklich einmalig. Ich hatte meine Uhr einfach neu gestartet und so kam es mir ein bisschen wie ein neuer Lauf vor. Insgesamt war es dann aber halt schon ein Marathon. 😅 Zum Abschluss gab es dann Glühwein.

Heute fiel es mir echt relativ leicht und durch die vielen, tollen Gespräche ging die Zeit fix rum. Ich hatte vorab schon etwas Respekt. Ich hatte nicht explizit darauf trainiert und in den letzten zwei Wochen war ich insgesamt mit 2 kurzen Läufen recht faul gewesen. Es hat aber wirklich super geklappt und ich hätte heute sogar noch weiter laufen können.

Eine wirklich tolle Veranstaltung! Vielen Dank an die Endorphinjunkies und an die vielen Mitläufern und die tollen Gespräche. So darf Marathon auch gerne sein. 😍😍🏃🏼‍♀️

Winter-Wonderland im Haxtergrund

Den ersten Schnee heute habe ich für einen schönen Winterlauf im Haxtergrund genutzt. Ich hatte erst noch etwas zu kämpfen – unterm Schnee ist nämlich gar kein weiterer Schnee sondern Matsch und große Pfützen. 😦 Also hatte ich ruckzuck nasse Füße. Nachdem ich diese Hürde genommen hatte (und mich bei meinen Lauffreunden ausgeheult habe) konnte ich den Lauf genießen. Winterläufe haben wirklich ihren eigenen Charme. Die klare Luft, die schöne Landschaft und auch die Kälte (mit Freude auf die anschließende warme Dusche) gefällt mir wirklich gut.

Da war es dann auch nicht weiter wild, dass ich an einer Stelle falsch abgebogen bin und dadurch meine ursprünglich geplante Strecke um 3 km verlängert habe. So waren es dann knapp 18,5 km.

1, 2, 3, 4 – zu Starbucks

Mir war heute nach Starbucks. Und was macht man da als Langstreckenläuferin? Richtig – Starbucks-Karte einpacken und hinlaufen… Einzige Hürde ist, dass der nächste Starbucks in Bielefeld ist. 😉

Also habe ich mich heute erneut nach Bielefeld aufgemacht. Ich bin die Strecke bereits im Sommer als Vorbereitung für den Marathon gelaufen. Damals waren es 32 km bis Senne. Mal schauen wie weit ich heute komme.

Bis kurz vor Schloss Holte (ca. km 22) lief es total problemlos und ich habe mich auch an dem perfekten Läufer-Wetter (11 Grad und teilweise sogar leicht sonnig) erfreut. Die km flogen so dahin und verlaufen habe ich mich auch nicht. Dann kam ein kleiner Einbruch und ich bin wesentlicher langsamer gelaufen bzw. stellenweise auch gegangen. Bis Schloss Holte (km 26,5) habe ich mich irgendwie hinmotiviert. Dort habe ich meine Uhr gestopptund mich ins Café gesetzt. Ich hätte mich auch locker in den Zug zurück setzten können, aber irgendwie wollte ich doch gerne zu Starbucks. Also Uhr neu gestartet und mich weiter auf den Weg gemacht. Nach der Pause ging es auch wieder etwas besser und ich konnte eine ganze Weile wieder laufen – zwar langsam, aber laufend.

In Sennestadt (km 32) habe ich erneut ein kleines Päuschen eingelegt. Direkt am Bahnhof. 😉 Ausstieg wäre also möglich gewesen. Allerdings waren es da ja „nur“ noch 8 km bis zum auserkorenen Ziel: die Straßenbahnhaltestelle in Brackwede. Das klang gar nicht mehr so viel und hatte den schönen Nebeneffekt, dass es genau 40 km wären. Das hat mich motiviert weiter zu machen und so habe ich mich wieder auf den Weg gemacht. Die letzten 2 km gingen etwas bergauf über einen Friedhof. Die bin ich gegangen. 😉 Aber geschafft und bin glücklich in die Straßenbahn gestiegen, die mich zu Starbucks gebracht hat.

Der zweite Teil des Laufs war heute irgendwie schwierig für mich. Ich liebe ja lange Läufe und ich bin vorher schon immer aufgeregt wie ein kleines Kind an Weihnachten. Der erste Teil war auch wirklich gut und schön. Der zweite Teil war hart erarbeitet. Doch umso glücklicher bin ich jetzt, dass ich es doch geschafft habe.

Mir ist heute aufgefallen, dass mir bei jedem langen Lauf was anderes weh tut. Beim letzten langen Lauf neulich war es der untere Rücken, beim Marathon die ganzen Beine insbesondere Oberschenkel und heute war es die hintere Beinrückseite. Ganz besonders die linke Seite ist jetzt deutlich verspannt. Nunja. Wird schon wieder. Mein nächster Lauf ist ja erst für Sonntag geplant. 😉

Der Kuchen und Cappuccino bei Starbucks war sehr köstlich. Nach einer Pause dort, einen Bummel durch Bielefeld, sitze ich jetzt im Zug zurück und kann so alle durchlaufenen Orte nochmal entspannt erleben. Auch sehr schön.

Mittagspause in Schloss Holte

1 – 2 – 3 – 4 Mal 10 km und „schon“ ist man in Bielefeld.

Entspannt am Ziel

Laufende Yogini oder yogische Läuferin?

Eine weitere Leidenschaft von mir ist Yoga. Je nachdem wie häufig ich laufen gehe, findet ihr mich ca. 2-3 Mal in der Woche im Yogastudio: Yoga&Fitness. Ich finde, Yoga ist für mich die ideale Ergänzung zum Laufen und dafür gibt es eine Menge Gründe:

Zunächst stehen dort die körperlichen Ergänzungen. Yoga besteht aus Kräftigungs- und Dehnübungen – also genau die beiden Aspekte, die beim reinen Laufen oft zu kurz kommen. Beginnen wir mal direkt ganz unten bei den Füßen – das wichtigste Werkzeug beim Laufen. Beim Yoga wird die Muskulatur sehr gestärkt. Ich bin davon überzeugt, dass eine gute Fußmuskulatur essentiell fürs Laufen ist und damit vielen Problemen vorgebeugt werden kann. Ich habe in meinen Laufschuhen keine besondere Dämpfung oder Korrekturen. Ehrlich gesagt laufe ich mittlerweile selbst mit meinen ältesten Tretern völlig problemlos. Bis vor wenigen Jahren hatte ich immer Schwierigkeiten mit meinen Füßen: meine Senk- und Spreizfüße ergaben bei jeder Laufbandanalyse im Schuhgeschäft ein sehr gruseliges Bild: Bei jedem Lauf brach mein Fußgewölbe in sich zusammen, was zur Folge hatte, dass mein ganzer Knöchel und damit mein ganzen Bein nach innen abknickte. Knieprobleme waren damit vorprogrammiert und früher hatte ich tatsächlich häufiger damit zu kämpfen, wenn die Dämpfung in meinen Schuhen nachließ. Mittlerweile laufe ich selbst am Ende von langen Läufen immer noch total gerade und ich habe auch tatsächlich keine Probleme an den Gelenken – auch wenn ich 30 km oder mehr über Asphalt laufe. Ein Hoch auf meine Fußmuskulatur und auf die ständigen Korrekturen während der Yogastunden: „Achtet auf eure Fußgewölbe“.

Mein Yogalehrer Michael hat stets besondere Freude daran, Dehnübungen für die Beine ins Programm aufzunehmen – gerne auch mit einem entsprechenden Kommentar in meine Richtung. 😉 Und jaaaa, ich merke es wirklich sehr. Es gibt ein paar sehr, sehr „schöne“ Übungen für die Bein-, Po- und Hüftmuskulatur zum Dehnen und Öffnen. Auch wenn ich in dem Moment ein bisschen vor mich hin schimpfe, merke ich langfristig, wie wichtig dieser Ausgleich ist. Die Muskeln verkürzen sich bei einseitigen Belastungen wie das Laufen sehr stark und dem kann ich so sehr gut entgegen wirken.

Ganz besonders gerne auch beim Yin Yoga. Yin Yoga ist eine Yogaform, bei der bestimmte Stellungen mehrere Minuten gehalten werden. In den lange gehaltenen Stellungen werden neben den Muskeln auch die Sehnen, Bänder und Faszien gelöst. Nach den Stunden habe ich regelmäßig das Gefühl wie auf Wolken zu gehen. Während des Marathon-Trainings war daher Yin Yoga ein wesentlicher Trainingsbaustein im Plan.

Der besonders vernachlässigte Bereich beim Laufen ist der Oberkörper und damit ist es gut, dass beim Yoga die Bauch-, Rücken- und Armmuskulatur gestärkt wird. Regelmäßig beim Laufen spüre ich, wie viel Kraft ich aus dem Oberkörper ziehen kann, wenn die Beine langsam schlapp werden. Eine Konzentration auf die Armbewegungen und auf einen gerade Oberkörper kann da tatsächlich Wunder bewirken.

Doch neben den ganzen körperlichen Vorteilen hilft mir Yoga ganz besonders mental weiter – insgesamt aber eben auch beim Laufen. Yoga ist Anspannung und Entspannung im gleichmäßigen Wechsel. Das entspricht dem Rhythmus beim Laufen. Anspannung im Laufen insbesondere bergauf – Entspannung beim Bergablaufen oder an der Ampel. 😉 Anspannung während des Laufs – Entspannung nach dem Lauf. Beim Yoga in der Entspannung konzentriere ich mich vollständig auf die Entspannung, genieße sie und ich denke nicht darüber nach, dass gleich wieder eine anspannende Übung ansteht. Und ich spüre, dass ich das beim Laufen auch immer mehr mache. Laufe ich einen Berg hinunter, freue ich mich einfach darüber, dass es gerade so gut läuft; oder stehe ich an der Ampel, genieße ich die kleine Pause. Ich mache mir keine Gedanken darüber, dass es gleich weiter geht oder dass der nächste Berg ansteht. Gleiches gilt für die Strecke. Distanz entsteht eh nur im Kopf. Wenn mich die gesamte Strecke überfordert, denke ich über den aktuellen Schritt nach. Kann ich den noch laufen? Oder habe ich das Gefühl sofort stehen bleiben zu müssen? Wenn nicht, dann laufe ich den Schritt und entscheide so Schritt für Schritt wie weit ich komme. Und so habe ich bisher jede gewünschte Strecke hinter mich gebracht.

Manchmal nehme ich im Studio auch beim HIIT teil: High Intensity Interval Training  – 1 Minute lang wird intensiv ein herausfordernde Übung durchgeführt – anschließend gibt es eine kurze Pause. Michaels Mantra lautet stets: „Es ist nur eine Minute“. Und dieses Mantra hat mich insbesondere letztes Jahr beim Martinslauf den Eselsberg hinaufgetragen. Ich habe mir die ganze Zeit gesagt, dass es nur eine Minute ist, dann geht es wieder bergab. Mittlerweile habe ich das so verinnerlicht, dass ich das Mantra nicht mehr brauchen. Ich weiß ganz genau: Nach der Anspannung kommt ganz sicher wieder die Entspannung. Allerspätestens wenn ich das Ziel erreicht habe und stolz auf die Leistung bin. Und bis dahin erfreue ich mich an der Anspannung. Es ist schließlich Wahnsinn, was mein Körper in dem Moment leistet und dafür bin ich sehr dankbar.

Ein weiterer Aspekt ist die Atmung. Beim Yoga wird durchgängig geatmet. Der Atem führt die Bewegung – der Atem kommt, die Bewegung kommt, die Bewegung geht, der Atem geht. Ein ewiger Rhythmus. Und durch diverse Atemübungen hat sich meine Atmung sehr vertieft. Und so versuche ich auch stets beim Laufen ruhig zu atmen. Ganz besonders wenn es mal einen anstrengenden Berg hinauf geht. In dem Moment brauche ich schließlich die ganze Energie, die mir der Atem schenken kann. Sobald ich spüre, dass ich nicht mehr locker laufe, konzentriere ich mich ganz besonders auf die Atmung und schenke mir ein paar tiefe, bewusste Atemzüge. Besser als jeder Espresso für einen direkten Energiekick! Auch das scheine ich komplett integriert zu haben. Es fällt mir gar nicht mehr auf, dass ich bei langsamen Läufen mittlerweile tatsächlich durch die Nase atme – wie beim Yoga üblich. Mein Laufpartner fragte mich neulich, ob ich durch die Nase atmen würde – und es stimmt! Wenn ich in einem ruhigeren Pulsbereich laufe, atme ich tatsächlich durch die Nase. Gerade bei der aktuellen kalten Witterung ist es sehr angenehm für die Lunge. Bei schnellerem Puls schaffe ich das natürlich auch nicht mehr. Aber es war sehr schön, zu entdecken, dass ich das mittlerweile so integriert habe, dass ich es unbewusst mache.

Apropos Bewusstsein: Im Yoga konzentriert man sich stets auf den Augenblick und ist voll und ganz da. Auch beim Laufen bin ich das immer mehr. Ich genieße den Augenblick: Ich genieße die Umgebung, ich genieße die Vorwärtsbewegung, ich genieße den Atemrhythmus, ich genieße das Rauschen des Windes in meinen Ohren, ich genieße Sonne, Regen oder Wind in meinem Gesicht, ich genieße meinen Herzschlag, der mir zeigt, dass ich lebe und wie stark ich bin, … Ich genieße tatsächlich viele Kleinigkeiten. Ich erlebe sehr viele bewusste Momente und denke immer weniger darüber nach, was vor dem Lauf war oder was nach dem Laufen noch kommt. In diesem Moment gibt es nur mich und den Lauf – eine wunderbare Erfahrung. Ich bin eins mit meinem Bewusstsein. Nicht immer – aber immer öfters.

Danke Yoga 🧘🏼‍♀️ – danke Laufen🏃‍♀️!