Eisprinzessin

Mein Tag bestand daraus, dass ich den halben Tag über die kalten Temperaturen geschimpft habe, um ab 14 Uhr dann 2:20 Stunden im Wald herumzulaufen. 😂 Mit meinem Zwiebellook fand ich es dann auch richtig schön: Strumpfhose, Winterlaufhose, Stulpen, Nierenschutz, Laufshirt, langärmliges Winter-Laufshirt, 2 (!) Laufjacken, Schal, Stirnband, Kappe und 2 Paar Handschuhe. Damit war es in Ordnung. Ich frage mich ja immer, wie andere Läufer mit weniger auskommen. 😅🤔 Ich habe heute auch einen gesehen, der Mütze und Handschuhe trug, aber dann nur ein T-Shirt. 😱😅

Ich bin heute wieder im Haxtergrund laufen gewesen. Ich bin meine Laufrunde heute Mal in die andere Richtung gelaufen. Das gefiel mir viel besser. Keine Ahnung – Steigungen sind ja genauso drin. Es war aber einfach schöner. Nur an einer Stelle hatte ich einen Hindernisparcour mit umgestürzten Bäumen und teilweise sind die Wege durch den Winter echt in Mitleidenschaft gezogen und über die Huckelpiste konnte ich gar nicht laufen. Also war es heute auch ein kleiner Wandertag. Das ist aber auch schön. Zumal 5 Tage nach dem Marathon ich es auch noch ruhig angehen lasse.

Jetzt habe ich mich nach Hause verkrümelt. Die Sauna und der Kamin wartet. Und heute Abend ist die erste Yogastunde mit meiner Laufgruppe. Ich freue mich schon total darauf. 😊

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Laufende Yogini oder yogische Läuferin?

Eine weitere Leidenschaft von mir ist Yoga. Je nachdem wie häufig ich laufen gehe, findet ihr mich ca. 2-3 Mal in der Woche im Yogastudio: Yoga&Fitness. Ich finde, Yoga ist für mich die ideale Ergänzung zum Laufen und dafür gibt es eine Menge Gründe:

Zunächst stehen dort die körperlichen Ergänzungen. Yoga besteht aus Kräftigungs- und Dehnübungen – also genau die beiden Aspekte, die beim reinen Laufen oft zu kurz kommen. Beginnen wir mal direkt ganz unten bei den Füßen – das wichtigste Werkzeug beim Laufen. Beim Yoga wird die Muskulatur sehr gestärkt. Ich bin davon überzeugt, dass eine gute Fußmuskulatur essentiell fürs Laufen ist und damit vielen Problemen vorgebeugt werden kann. Ich habe in meinen Laufschuhen keine besondere Dämpfung oder Korrekturen. Ehrlich gesagt laufe ich mittlerweile selbst mit meinen ältesten Tretern völlig problemlos. Bis vor wenigen Jahren hatte ich immer Schwierigkeiten mit meinen Füßen: meine Senk- und Spreizfüße ergaben bei jeder Laufbandanalyse im Schuhgeschäft ein sehr gruseliges Bild: Bei jedem Lauf brach mein Fußgewölbe in sich zusammen, was zur Folge hatte, dass mein ganzer Knöchel und damit mein ganzen Bein nach innen abknickte. Knieprobleme waren damit vorprogrammiert und früher hatte ich tatsächlich häufiger damit zu kämpfen, wenn die Dämpfung in meinen Schuhen nachließ. Mittlerweile laufe ich selbst am Ende von langen Läufen immer noch total gerade und ich habe auch tatsächlich keine Probleme an den Gelenken – auch wenn ich 30 km oder mehr über Asphalt laufe. Ein Hoch auf meine Fußmuskulatur und auf die ständigen Korrekturen während der Yogastunden: „Achtet auf eure Fußgewölbe“.

Mein Yogalehrer Michael hat stets besondere Freude daran, Dehnübungen für die Beine ins Programm aufzunehmen – gerne auch mit einem entsprechenden Kommentar in meine Richtung. 😉 Und jaaaa, ich merke es wirklich sehr. Es gibt ein paar sehr, sehr „schöne“ Übungen für die Bein-, Po- und Hüftmuskulatur zum Dehnen und Öffnen. Auch wenn ich in dem Moment ein bisschen vor mich hin schimpfe, merke ich langfristig, wie wichtig dieser Ausgleich ist. Die Muskeln verkürzen sich bei einseitigen Belastungen wie das Laufen sehr stark und dem kann ich so sehr gut entgegen wirken.

Ganz besonders gerne auch beim Yin Yoga. Yin Yoga ist eine Yogaform, bei der bestimmte Stellungen mehrere Minuten gehalten werden. In den lange gehaltenen Stellungen werden neben den Muskeln auch die Sehnen, Bänder und Faszien gelöst. Nach den Stunden habe ich regelmäßig das Gefühl wie auf Wolken zu gehen. Während des Marathon-Trainings war daher Yin Yoga ein wesentlicher Trainingsbaustein im Plan.

Der besonders vernachlässigte Bereich beim Laufen ist der Oberkörper und damit ist es gut, dass beim Yoga die Bauch-, Rücken- und Armmuskulatur gestärkt wird. Regelmäßig beim Laufen spüre ich, wie viel Kraft ich aus dem Oberkörper ziehen kann, wenn die Beine langsam schlapp werden. Eine Konzentration auf die Armbewegungen und auf einen gerade Oberkörper kann da tatsächlich Wunder bewirken.

Doch neben den ganzen körperlichen Vorteilen hilft mir Yoga ganz besonders mental weiter – insgesamt aber eben auch beim Laufen. Yoga ist Anspannung und Entspannung im gleichmäßigen Wechsel. Das entspricht dem Rhythmus beim Laufen. Anspannung im Laufen insbesondere bergauf – Entspannung beim Bergablaufen oder an der Ampel. 😉 Anspannung während des Laufs – Entspannung nach dem Lauf. Beim Yoga in der Entspannung konzentriere ich mich vollständig auf die Entspannung, genieße sie und ich denke nicht darüber nach, dass gleich wieder eine anspannende Übung ansteht. Und ich spüre, dass ich das beim Laufen auch immer mehr mache. Laufe ich einen Berg hinunter, freue ich mich einfach darüber, dass es gerade so gut läuft; oder stehe ich an der Ampel, genieße ich die kleine Pause. Ich mache mir keine Gedanken darüber, dass es gleich weiter geht oder dass der nächste Berg ansteht. Gleiches gilt für die Strecke. Distanz entsteht eh nur im Kopf. Wenn mich die gesamte Strecke überfordert, denke ich über den aktuellen Schritt nach. Kann ich den noch laufen? Oder habe ich das Gefühl sofort stehen bleiben zu müssen? Wenn nicht, dann laufe ich den Schritt und entscheide so Schritt für Schritt wie weit ich komme. Und so habe ich bisher jede gewünschte Strecke hinter mich gebracht.

Manchmal nehme ich im Studio auch beim HIIT teil: High Intensity Interval Training  – 1 Minute lang wird intensiv ein herausfordernde Übung durchgeführt – anschließend gibt es eine kurze Pause. Michaels Mantra lautet stets: „Es ist nur eine Minute“. Und dieses Mantra hat mich insbesondere letztes Jahr beim Martinslauf den Eselsberg hinaufgetragen. Ich habe mir die ganze Zeit gesagt, dass es nur eine Minute ist, dann geht es wieder bergab. Mittlerweile habe ich das so verinnerlicht, dass ich das Mantra nicht mehr brauchen. Ich weiß ganz genau: Nach der Anspannung kommt ganz sicher wieder die Entspannung. Allerspätestens wenn ich das Ziel erreicht habe und stolz auf die Leistung bin. Und bis dahin erfreue ich mich an der Anspannung. Es ist schließlich Wahnsinn, was mein Körper in dem Moment leistet und dafür bin ich sehr dankbar.

Ein weiterer Aspekt ist die Atmung. Beim Yoga wird durchgängig geatmet. Der Atem führt die Bewegung – der Atem kommt, die Bewegung kommt, die Bewegung geht, der Atem geht. Ein ewiger Rhythmus. Und durch diverse Atemübungen hat sich meine Atmung sehr vertieft. Und so versuche ich auch stets beim Laufen ruhig zu atmen. Ganz besonders wenn es mal einen anstrengenden Berg hinauf geht. In dem Moment brauche ich schließlich die ganze Energie, die mir der Atem schenken kann. Sobald ich spüre, dass ich nicht mehr locker laufe, konzentriere ich mich ganz besonders auf die Atmung und schenke mir ein paar tiefe, bewusste Atemzüge. Besser als jeder Espresso für einen direkten Energiekick! Auch das scheine ich komplett integriert zu haben. Es fällt mir gar nicht mehr auf, dass ich bei langsamen Läufen mittlerweile tatsächlich durch die Nase atme – wie beim Yoga üblich. Mein Laufpartner fragte mich neulich, ob ich durch die Nase atmen würde – und es stimmt! Wenn ich in einem ruhigeren Pulsbereich laufe, atme ich tatsächlich durch die Nase. Gerade bei der aktuellen kalten Witterung ist es sehr angenehm für die Lunge. Bei schnellerem Puls schaffe ich das natürlich auch nicht mehr. Aber es war sehr schön, zu entdecken, dass ich das mittlerweile so integriert habe, dass ich es unbewusst mache.

Apropos Bewusstsein: Im Yoga konzentriert man sich stets auf den Augenblick und ist voll und ganz da. Auch beim Laufen bin ich das immer mehr. Ich genieße den Augenblick: Ich genieße die Umgebung, ich genieße die Vorwärtsbewegung, ich genieße den Atemrhythmus, ich genieße das Rauschen des Windes in meinen Ohren, ich genieße Sonne, Regen oder Wind in meinem Gesicht, ich genieße meinen Herzschlag, der mir zeigt, dass ich lebe und wie stark ich bin, … Ich genieße tatsächlich viele Kleinigkeiten. Ich erlebe sehr viele bewusste Momente und denke immer weniger darüber nach, was vor dem Lauf war oder was nach dem Laufen noch kommt. In diesem Moment gibt es nur mich und den Lauf – eine wunderbare Erfahrung. Ich bin eins mit meinem Bewusstsein. Nicht immer – aber immer öfters.

Danke Yoga 🧘🏼‍♀️ – danke Laufen🏃‍♀️!

Sommer und Herbst 2016 – Clean Eating, HIIT und Laufen

Nach dem Salzkotten-Marathon habe ich mein Trainingsprogramm wieder etwas runtergeschraubt. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich im Training teilweise echt schon verbissen war. Ich habe total viel auf meinen Puls geachtet, auf dieZeiten geachtet und dass ich auf jeden Fall meinen Trainingsplan einhalte. Ich habe es nicht übertrieben, da ich mich zu jeder Zeit wohl fühlte  damit.  Dennoch ist mir im Nachhinein aufgefallen, dass ich schon recht streng mit mir war. Eins meiner Lieblingslieder in dieser Zeit war „Eisenmann“ von Unheilig. Den Song nenne ich auch gerne „Eisenfrau“. 😅 Ich denke, das sagt schon alles…

Ich singe die Lieder während des Laufens übrigens zum Teil mit. Wenn ihr mich also vor mich hinbrabbelnd laufen seht: es ist alles in Ordnung!! 😅

Nach dem Lauf habe ich total locker gelassen. Ich habe mich auch wieder auf andere Sportthemen gestürzt (natürlich wieder mehr Yoga) und u.a. das HIIT für mich entdeckt. HIIT ist High Intensive Intervall Training: HIIT. Ich habe es erst eine ganze Zeitlang abends zu Hause auf dem Trampolin gemacht und bin ab Herbst zum Crossfitness/HIIT-Training ins Yogastudio gefahren: Yoga&Fitness. Wirklich sehr empfehlenswert! Man powert sich eine halbe Stunde richtig aus und denkt eigentlich schon nach der 2. Übung, das nix mehr gut. Tut es aber dann doch! Wirklich erstaunlich.

Im gleichen Zeitraum habe ich langsam angefangen, meine Ernährung umzustellen. Als Vegetarier esse ich ja eh schon sehr viel Obst und Gemüse. Ich bin dann aber auf sehr interessantes Buch gestoßen: Eat Love Train (Link ist schon weiter oben beim HIIT). Das Ernährungskonzept ist Clean Eating. Die größte Umstellung war der Verzicht auf raffinierten Zucker und Weißmehlprodukten. Dank der tollen Rezepte und alternativen Süßungsmethoden (Honig, Dattelsirup, Agavendicksaft und Co.) fiel mir die Umstellung vergleichsweise leicht. Ich weiß, dass es zu den genannten Süßungsmitteln auch abweichende Meinungen gibt. Ich fühle mich mit dem Konzept sehr wohl und es passt für mich. Ich kann es teilweise heute noch nicht glauben, dass ich mittlerweile nahezu keine klassischen Süßigkeiten mehr esse. Ich war früher nahezu zuckersüchtig. Ich liebte Toffifees, Dominosteine, Lakritz und eigentlich nahezu alles, was die Süßigkeitenindustrie so hergab. Aus meiner Sicht habe ich aus verschiedenen Gründen geschafft:

  1. Anfangs war es nur ein kleines Experiment mit mir selber. Wie viele Tage schaffe ich es auf Zucker zu verzichten. Und ich habe jeden Tag, der – in meinen Augen – zuckerreduziert war, gefeiert.
  2. Ich musste es nicht machen. Ich habe keinerlei Krankheiten, Unverträglichkeiten und keine Probleme mit meinem Gewicht. Das entspannt natürlich.
  3. Ich bin nicht streng mit mir. Gleiches gilt übrigens für Fleisch: Wenn ich mal Bock darauf habe, Fleisch oder Schokolade zu essen, mache ich es einfach und genieße es dann auch richtig. Das passt dann einfach. Oft ist es aber so, dass ich am Ende doch einen Rückzieher mache und es nicht esse. 😉

Und beeindruckt bin ich von den Wirkungen. Ich fühle mich seitdem viel fitter und irgendwie befreiter. Der Körper bekommt viele natürliche Lebensmittel und scheint damit sehr zufrieden zu sein. Und der angenehmste Effekt ist, dass ich keine Heißhungerattacken und Unterzuckerungen habe. Ich fühle mich viel unabhängiger vom Essen. Früher rauschte mein Blutzucker schon mal echt ab und ich fühlte mich wie in der Snickers-Werbung. Mein Mann hatte dann auch seine liebe Not mit mir, um schnellstmöglich Essen in die Frau einzufüllen. Das kenne ich jetzt nicht mehr. Richtig aufgefallen ist es mir auf Korfu, wo ich eine Woche zum Yoga war. Es gab Frühstück und Abendessen. Teilweise habe ich zwischendurch gar nichts gegessen oder einfach nur ein paar Snacks – dann mit Vorliebe Nüsse. Und ich hatte unfassbar viel Energie. Wirklich erstaunlich.

Ich habe auch eine weitere Trainingskomponente mit rein genommen: Trailrun. Ein großer Spaß, den ich mit Vorliebe im Haxtergrund austobe. Ich laufe kreuz und quer durch den Wald, direkt durch den Matsch, bergauf und bergab. Ein echtes Vergnügen und eine tolle Abwechselung zu den langen Läufen.

Mein Trainingsumfang im Sommer/Frühherbst sah wie folgt aus:

  • Juni 2016 (inkl. Halbmarathon): 84 km
  • Juli 2016: 55 km, davon zwei längere Läufe mit 13 und 16 km
  • August 2016: 73 km, davon 1 langer Lauf von 20,5 km
  • September 2016: 13 km. Ja, tatsächlich. Ich bin ein Monat lang nahezu gar nicht gelaufen. Das war die HIIT-Entdeckung und das Yoga-Camp. Auf Korfu bin ich eine längere Strecke gewandert. Gelaufen bin ich gar nicht. Und auch nach Korfu blieb mein Schwerpunkt beim Yoga.
  • Oktober 2016: 33 km, kein langer Lauf