18 km durch den Haxtergrund

Die Herausforderungen des heutigen Laufs:

1. schwülwarme 30 Grad – den Marathon de Sable werde ich niemals laufen. Mir reichen schon 30 Grad in Deutschland. Da kann ich auf 40 Grad und mehr in der Wüste sehr gut verzichten. Es hat auch was gutes – dann brauche ich mich damit gar nicht weiter zu beschäftigen.

2. Unmengen von fliegende Insekten um meinen ganzen Körper und zeitweise auch im Mund. 🤪 Es gibt schöneres…. Das Positive ist: Das Insektensterben hat im Haxtergrund ganz sicher noch keinen Einzug gehalten.

3. Pferdebremsen: AUA!!! Ich kann mich an die unangenehmen Stiche noch sehr gut früher in den Reiterferien erinnern. Trotz Insektenschutzspray haben mich zwei erwischt.

4. Gräser auf dem teils sehr unebenen Weg, die mir locker bis zur Hüfte reichten. Da war ans Laufen nicht zu denken, sondern eher eine Wanderung dazwischen durch.

5. das nahende Gewitter: die letzten 6 km zog es zu und fing an zu grummeln. Da die App mir keine verlässlichen Daten angezeigt habe, habe ich etwas mehr Gas gegeben. Das Gute: Die letzten 3 km hatte ich eine sagenhafte Pace von unter 6 Min./km. 😂

6. Das Laufen selber: Abgeschlagen auf dem letzten Platz. Ok – es korrelierte natürlich mit dem Speed durch Punkt 5, so dass ich jetzt auch ordentlich platt bin.

Trotz aller Herausforderungen fühlt es sich jetzt – danach – richtig gut an. 😊

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Muttertags-Marathon und Sommerpause

An Muttertag gibt es Kuchen, Blumen und Geschenke. 🎂💐🎁 Das gab es letzten Sonntag auch alles für mich und zusätzlich noch einen freien Vormittag zum Marathonlaufen.

In Rüthen wurde der Bibertal-Bergmarathon angeboten und ganze 31 lauffreudige Menschen fanden sich am Sonntag um 8 Uhr dort ein. Wirklich schade, dass der Marathon so wenige Läufer anzieht. Er lohnt sich nämlich auf jeden Fall. Es werden insgesamt 2 Mal die Halbmarathon-Strecke gelaufen. Eigentlich laufe ich nicht so gerne zwei Mal die gleiche Runde. Hier ist es landschaftlich allerdings so schön, dass es gar nicht auffällt.

Die erste Runde lief auch wirklich prima und ich konnte die Landschaft und den Lauf sehr genießen. Zwischendurch hatte ich noch ein nettes Gespräch mit Helmut – Helmut wird im Sommer 70 und will bis dahin seinen 700. Marathon laufen. Unglaublich!

Vor dem Start in die nächste Runde wartete ein Teil meiner Laufgruppe auf mich und haben mich angefeuert. Das hat echt gut getan. Ich war vorher schon etwas traurig, weil keiner mit gelaufen ist bzw. die Zeiten der anderen Läufe so lagen, dass wir uns nicht getroffen haben. Und so habe ich mich riesig gefreut, dass sie da waren. Unsere Laufgruppe ist schon echt toll und das, wo wir vom Anfänger bis zum Ultraläufer alle Facetten abdecken. Wir feuern uns alle gegenseitig an – richtig schön! Ich habe unterwegs auch noch Motivationsschübe per WhatsApp bekommen. Total klasse.

Die zweite Runde war echt hart. Ich kann es nicht anders sagen. Anfangs lief es noch ganz gut. Doch dann wurde es immer wärmer und es war schwüle Gewitterwärme. Das kann ich nicht gut haben. Ich hatte zwischendurch noch zwei Läufer getroffen und wir haben uns gegenseitig motiviert. Ab km 35 ging es dann aber ziemlich bergab mit mir. Puls und Atmung war eigentlich in Ordnung und auch muskulär hatte ich keine Problem, allerdings wollte mein Kreislauf nicht mehr so richtig. Ich habe den entschieden, es einfach noch langsamer angehen zu lassen. Ich habe viele, viele Gehpausen eingelegt und damit habe ich den Rest dann auch noch geschafft. Ein wirklich hart erkämpfter Marathon und ich bin stolz auf mich, dass ich es geschafft habe – zumal ich diesen Marathon bis auf die Begegnungen unterwegs alleine gelaufen bin. Und von den 3 teilnehmenden Frauen habe ich den 2. Platz belegt. Schon toll – ein Platz auf dem Treppchen. 🙂

Jetzt wird pausiert! Ich bin in den letzten 8 Monaten 4 Marathons und 1 Ultramarathon über 51 km gelaufen. Das kann sich doch wirklich sehen lassen. Und da ich in der Wärme eh nicht so gerne laufe, lege ich jetzt Sommerpause ein. Das heißt aber jetzt nicht, dass ich gar nicht laufe. Den ein oder anderen kürzeren Wettbewerb werde ich sicher mal laufen und auch mal einen längeren entspannten 30-km-Lauf. Es gibt schließlich noch viele schöne Ecken zu entdecken. Doch der nächste Marathon ist für Mitte Oktober (Almetal-Marathon) geplant. Das fühlt sich gut an.

51 km durch den Harz – meiner erster Ultra

51 km quer durch den Harz – von Wernigerode nach Nordhausen. Das Event kam mir vorher total unwirklich vor und ehrlich gesagt, kommt es mir jetzt auch total unwirklich vor. Aber ich bin es tatsächlich gelaufen – jeden einzelnen Schritt – 60.728 Schritte waren es am 28. April 2018 abends auf meiner Uhr.

Gestartet ist unser Abenteuer am Freitagnachmittag als Laufkumpel Jörg und ich uns auf den Weg in den Harz aufgemacht haben. Die Autobahnen waren zwar voll, aber einen richtigen Stau hatten wir nicht. So kamen wir entspannt in Wernigerode an und haben unsere Startnummern abgeholt: Mit den Nummern 213 und 214 geht es für uns durch den Harz. Bei einem kleinen Bummel durch das sehr hübsche Städtchen haben wir uns mit Laufbekanntschaften von Jörg in einer Pizzeria getroffen. Und wie das bei Läufertreffen so ist, ist man sehr schnell im Gespräch und haben uns den Abend über unsere Laufabenteuer ausgetauscht. Nach Aussagen wie „Ach – 100 km kann ich auch ohne Training laufen. Für 230 km muss ich mal trainieren.“ und „Michael ist den Marathon de Sables gelaufen“ (230 km durch die Wüste – das finde ich echt krass und ich habe schon diverse Dokumentationen dazu gesehen) fühlt man sich plötzlich ganz normal und als kleines Licht am Läuferhimmel – mehr als drei Marathons habe ich ja bisher nicht vorzuweisen. 😉 Es ist aber irre spannend, die Geschichten der anderen zu hören. Doch so faszinierend sich das alles anhört – bei vielen Läufen, u.a. den Marathon de Sables habe ich auch gar keinen Drang es selber mal auszutesten. Ich werde sicherlich noch einige spannende Läufe machen, aber ich merke jetzt schon, dass ich auch auf jeden Fall meine Grenzen habe. Ich kenne mittlerweile schon viele Läufe, da ich viel darüber lese und bei YouTube gucke – an dem Abend kamen aber doch einige Läufe auf den Tisch, von denen ich noch nie etwas gehört habe. Es ist wie überall im Leben: Es gibt nichts, was es nicht gibt. Weder von den Entfernungen und noch von den extremen Bedingungen (Wüste, Antarktis, durch die Alpen, unter Tage, mehrere Tage lange, usw. usw. usw). Witzig ist dann wieder die Story, von einem Marathon um den Küchentisch. Ernsthaft! Da wurden schon ein paar Kreise mehr gedreht…. Wie gesagt, es gibt nichts, was es nicht gibt.

So ging der Abend bei Pizza, Schlummerbier und viel Gequatsche schnell rum. Die Nacht habe ich sogar 5 Stunden lang richtig gut geschlafen. Da ich früher wach war, konnte ich noch meditieren und mich in Ruhe vorbereiten. Mein Frühstück (Overnight-Oats – ich liebe es) hatte ich mitgebracht und so konnte ich bequem im Hotelzimmer frühstücken. Um 7.30 Uhr habe ich mich auf den Weg gemacht und die anderen an der Sporthalle wieder getroffen. Es gab die Möglichkeit dort zu übernachten. Die Vorstellung mit 50 weiteren Läufer in einer Halle zu übernachten, hat mich allerdings sehr schnell dazu bewogen, mir ein Hotelzimmer zu nehmen. Und das war für mich genau die richtige Entscheidung. Dann nochmal das üblich vorher: Gepäckbeutel abgeben und zur Toilette. Dort wurde direkt der Schwarzmarkt für das Toilettenpapier eröffnet. Da selbiges bereits leer war, war eine Teilnehmerin, die welches mitgebracht hatte, heiß begehrt. Immer wieder herrlich, wie solche einfachen Dinge plötzlich einen so hohen Stellenwert bekommen. Als Langläufer ist man toilettenmäßig ja eh Kummer gewöhnt, so dass ich das echt entspannt sehe.

Anschließend ging es zum Startbereich, der etwa 1,5 km entfernt lag. Auf dem Weg dorthin habe ich mich mit dem Marathon-de-Sables-Michael unterhalten. Anfangs war ich noch recht entspannt, doch je näher wir zum Start kamen, um so mehr habe ich die typische Aufregung vor dem Start gespürt. Es ist keine Nervösität, sondern ich spüre einfach, wie das Adrenalin hochkommt und sich freudig-gespannte Stimmung breitmacht. Am Start standen alle gemütlich rum und quatschten – eine sehr angenehme Stimmung und komplett anders als bei den kürzeren Stadtläufen, wo es doch oft recht hektisch und trubelig zugeht. Dann kam der Startschuss und es passierte erstmal nix, da alle gemütlich losmarschiert sind. Da es direkt bergauf geht, lohnt es sich auch nicht los zu spurten. Über die Startlinie sind wir noch gelaufen, doch dann sind wir direkt ins Wandern gekommen. Es ging zügig in den Wald hinein und kurze Zeit später standen wir bereits im Stau, da die ersten Bäume überklettern werden musste.

Die ersten km habe ich zum Reinkommen gebraucht und ich kann mich an die ersten 10 km nur noch wage erinnern. Ich habe zwischendurch immer mal wieder Kilometer „verloren“. Mein Uhr vibriert bei jedem Kilometer kurz. Ich bekomme das nicht immer mit – zumal ich auch so oft ein gutes Gefühl für die Strecke habe. Bei den ersten 10 km war ich aber doch überrascht, dass die Uhr mehr km anzeigte, als ich gedacht hätte.  Das war ja gar nicht schlecht. Nach 10 km (nach 1:25 h)  kam die ersten Versorgungsstation. Das passte gut. Ich hatte kurz vorher schon einen ersten halben Riegel vertilgt und konnte mich so mit Toast und Bananen stärken. Ich hatte tatsächlich Hunger – das Frühstück war einfach schon zu lange her. 😉

Nach ca. 2 Stunden waren wir bei km 15 und ich habe eine kleine Krise bekommen. Mir kam Nordhausen noch so unendlich weit entfernt vor und fand es plötzlich total absurd 51 km durch den Wald zu laufen. Ich war aber zum Glück vorbereitet, was ich tue, wenn ich mentale Einbrüche bekomme. Ich habe also sofort die Strecke eingeteilt und mir gesagt, dass ich die nächsten 10 km auf jeden Fall schaffe, dann habe ich die Hälfte und kann nochmal neu gucken, was geht. Schließlich läuft man auch beim Ultra einfach nur einen Schritt nach dem anderen. Die ganze Strecke ist geistig einfach nicht zu erfassen und das ist auch gut so. Und kurz danach war ich total drin: Ich bin gelaufen, was zu laufen ging – Ich bin gegangen, wenn es zu gehen war. – Die anderen Läufer waren da – Die wunderschöne Natur war da. – Ich war echt drin und habe den Lauf richtig genießen können.

Der Harz ist wirklich wunderschön. Es geht nahezu ausschließlich quer durch den Wald: kleine Trails, über verwurzelte Wege, über Stock und Stein, über kleine Bäche, auch immer mal wieder Wanderwege, dann wieder der Waldboden pur, ab und an ein Baum zum drüber klettern. An einer Stelle sprang eine Teilnehmerin locker über den Baum – das habe ich mir geschenkt. Ich bin lieber drüber geklettert. Eine Herausforderung war es tatsächlich, dass man immer den Boden im Blick haben musste, damit man nicht stolpert. Irgendwann hatte ich das aber auch drin, dass ich den Boden im Blick hatte und trotzdem die Landschaft um uns herum wahrnehmen konnte. Die Nackenmuskulatur wurde dabei schon ordentlich beansprucht. Die Schotterwege, die wir gelaufen sind, verwandelten sich ab und an in Fußballplätze. Da es neben Schotter auch größere Stein gab, kickt man die beim Laufen gerne mal in der Gegend herum und wenn es ungünstig läuft, schießt man den Stein gegen das andere Bein. Aua! Das kommt davon, wenn man die Füße nicht vom Boden hebt. Ich laufe ja tatsächlich bei langen Läufen recht ökonomisch und hebe die Füße nur so hoch wie eben nötig an – gerne auch als „Ultra-Schlappschritt“ bezeichnet. 😉

Nach ca. 3, 5 Stunden haben wir die Hälfte erreicht und von Nicht-Schaffen war keine Spur mehr. Ehrlich gesagt, hatte ich es bis dahin auch schon wieder ganz vergessen, dass ich diese komische Idee mal hatte. Man läuft halt auch einen Ultra in jedem einzelnen Moment und der kann sich immer wieder anders anfühlen. Während des Laufes habe ich insgesamt auch sehr wenig auf meine Uhr geguckt. Ich hatte so grob die km im Auge, aber auch längst nicht jeden. Die Zeit hatte ich noch weniger im Blick. Irgendwie kann man 7-7,5 Stunden genauso wenig überblicken. Ich bin früher schon mal längere Zeiten gewandert oder auch Rad gefahren oder auch die Bergwanderung auf den Patalsu im Himalayagebirge, aber dass ich nahezu ununterbrochen über 7 Stunden im Bewegung war, kann ich mich nicht erinnern. Wir bleiben weiter im Rhythmus – einfach laufen, die Berge rauf oder sehr steile Passagen runter gehen, ab und an ein Foto, an den Versorgungsstationen kurz anhalten, essen, trinken, Trinkrucksack auffüllen und weiter. Länger als 5 Minuten waren wir an keiner Versorgungsstation. Ich hatte mich einmal ganz kurz auf eine Bank gesetzt – das ist aber generell keine gute Idee. Ich merke dann schnell die Ermüdung der Beine und es ist tatsächlich besser einfach weiterzulaufen.

Nach 4:45 Stunden kamen wir beim Poppenberg an – mein Magic Moment. Zu diesem Zeitpunkt waren die ersten schon längst im Ziel. Der schnellste Mann braucht für die Strecke 3:39:14 h und die schnellste Frau 4:32:52 h. Wirklich unglaublich! Ich hatte mich im Ziel mit einem der schnellen Läufer unterhalten und ihn gefragt, ob er wirklich komplett durchläuft. Ja, tut er! Wahnsinn! Ich kann mir ja schon nicht vorstellen, den Berg raufzulaufen. Gut, das würde man mit entsprechendem Training wohl irgendwann schaffen. Aber noch weniger kann ich mir vorstellen, die richtig steilen Passagen herunterzulaufen. Es gibt eine Stelle, bei der es wirklich richtig steil über einen im Grunde nicht vorhandenen Weg mit Wurzeln, Steinen, über Baumstämme nur mit kraxeln runter geht. Ja – auch da wäre er gelaufen. Einfach Kopf aus und los… Hui!!!! Hut ab!

Nach dem Poppenberg ging die Strecke zunächst relativ flach weiter und dann gab es noch den ein oder anderen Anstieg. Zu dem Zeitpunkt hatte ich mich schon so daran gewöhnt, dass ich das gar nicht mehr richtig realisiert habe. Viel spannender war da der Moment für mich, als ich die Marathonmarke überschritten habe. Nach knapp 6 Stunden war es so weit und ich habe den kleinen Schritt über 42,195 km hinaus gemacht. Das war ein tolles Gefühl und ich habe es mit einem albernen kleinen Video und dem Abklatschen mit Jörg gefeiert.

Das war in Neustadt im Harz, wo es auch eine Versorgungsstation gab. Hier hatte ich neben dem üblichen Obst und Wasser auch ein Brot mit Bärlauchsalz genommen. Ich fand erst, dass das eine gute Idee wäre. Allerdings habe ich kurze Zeit danach etwas Probleme mit dem Magen bekommen und wir sind etwas langsamer gelaufen. Das zog sich so 2-3 km hin und dann war es wieder in Ordnung. Somit habe ich gelernt, dass ich während des Laufes besser kein Brot mit Bärlauchsalz esse. Es lag mir tatsächlich zu schwer im Magen. Dann bleibe ich zukünftig besser mal bei Obst, Riegeln und weißem Toast mit Butter und normalen Salz. 🙂

Das nächste Highlight war dann km 45, die wir nach ca. 6,5 Stunden erreicht haben. Jetzt war ich offizielle Ultraläuferin. Wow! Es fühlte sich wirklich sehr gut an.

Die letzten Kilometer haben wir tatsächlich einfach nur genossen. Wir haben noch einige Fotos gemacht, haben gequatscht und sind in Ruhe bis ins Ziel gelaufen. Interessanterweise war das gar nicht so ein euphorischer Moment. Bei meinem ersten Marathon in Köln, war die Überquerung der Ziellinie der absolute Gänsehautmoment.

Beim Überquerung der Ziellinie in Nordhausen war ich einfach nur unendlich dankbar, dass ich diese Reise machen konnte und gesund im Ziel angekommen bin.

In einem meiner Bücher steht folgender Spruch:

„Wenn du laufen willst,  laufe eine Meile.
Wenn du ein neues Leben willst, lauf einen Marathon.
Wenn du mit Gott sprechen willst, lauf einen Ultra.“

Persönlich habe ich Gott nicht gesehen, aber vielleicht war er einfach die ganze Zeit dabei – in Form der wunderschönen Natur, in den anderen Läufern – insbesondere Jörg, in der Sonne und dem perfekten Wetter, in den wunderschönen Ausblicken im Harz, im Poppenberg, in den Organisatoren und den vielen, vielen Helfern, ohne denen dieses Event nicht möglich gewesen wäre.

Ich bin sehr dankbar, dieses Abenteuer gemacht zu haben und bin jetzt wirklich sehr stolze Ultraläuferin!

Hier gibt es die Bilder und Videos zur Harzquerung.

Back on the road

Hurra!! Endlich wieder laufen. Nachdem ich erneut 1,5 Wochen krank war und ich damit dieses Jahr insgesamt 6 Wochen krankheitsbedingt nicht laufen konnte, stand ich am Samstag frohgemut an der Startlinie des Paderborner Osterlaufs. Bei angenehmen Läuferwetter hat der Halbmarathon richtig Spaß gemacht. Und dank Ramona aus meiner Lauftruppe haben wir uns am Ende gegenseitig gepuscht und kamen unter 2:07 h ins Ziel. Auch der Rest meiner Laufgruppe und meine Familie war in ihren Läufen erfolgreich und glücklich im Ziel. Es ist so schön, eine so tolle Truppe zu haben.

Heute ging es dann etwas gemächlicher und vor allem bergiger zu. Ich war 27 km auf dem Hermannsweg unterwegs – die optimale Trainingsvorbereitung für den Harz. Nach 10 km fand ich die Idee in 25 Tagen 51 km durch den Harz zu laufen völlig bescheuert. Ab km 20 ging es dann wieder wesentlich besser. Ich werde es schaffen – einfach langsam angehen und einen Schritt nach dem anderen. Letzteres meinte neulich auch mein Sohn zu mir: „Mama, man kann jede Strecke laufen. Einfach immer nur einen Schritt nach dem anderen und immer nur an den aktuellen Schritt denken.“ Von wem er das wohl hat. 🤔😂

Endlich T-Shirt-Wetter

Eisprinzessin

Mein Tag bestand daraus, dass ich den halben Tag über die kalten Temperaturen geschimpft habe, um ab 14 Uhr dann 2:20 Stunden im Wald herumzulaufen. 😂 Mit meinem Zwiebellook fand ich es dann auch richtig schön: Strumpfhose, Winterlaufhose, Stulpen, Nierenschutz, Laufshirt, langärmliges Winter-Laufshirt, 2 (!) Laufjacken, Schal, Stirnband, Kappe und 2 Paar Handschuhe. Damit war es in Ordnung. Ich frage mich ja immer, wie andere Läufer mit weniger auskommen. 😅🤔 Ich habe heute auch einen gesehen, der Mütze und Handschuhe trug, aber dann nur ein T-Shirt. 😱😅

Ich bin heute wieder im Haxtergrund laufen gewesen. Ich bin meine Laufrunde heute Mal in die andere Richtung gelaufen. Das gefiel mir viel besser. Keine Ahnung – Steigungen sind ja genauso drin. Es war aber einfach schöner. Nur an einer Stelle hatte ich einen Hindernisparcour mit umgestürzten Bäumen und teilweise sind die Wege durch den Winter echt in Mitleidenschaft gezogen und über die Huckelpiste konnte ich gar nicht laufen. Also war es heute auch ein kleiner Wandertag. Das ist aber auch schön. Zumal 5 Tage nach dem Marathon ich es auch noch ruhig angehen lasse.

Jetzt habe ich mich nach Hause verkrümelt. Die Sauna und der Kamin wartet. Und heute Abend ist die erste Yogastunde mit meiner Laufgruppe. Ich freue mich schon total darauf. 😊

Endlich wieder im Wald

Nach 15 Tagen Nicht-Laufen ging es heute endlich mal wieder in den Wald. Die Luft war herrlich, die Sonne schien und es war kalt. Der Haxtergrund hat sehr laut gerufen – ich habe es genau gehört. Also habe ich mich auf den Weg gemacht.

Ich bin ein Stück des „Alten Pilgerweges“ gelaufen – allerdings war an einer Stelle der Weg dank des Sturms Friederike komplett gesperrt, so dass ich wieder umgekehrt bin. Das wäre mir doch zu viel Kletterei gewesen.

Außerdem habe ich noch einen lustigen Schneemann entdeckt.

Insgesamt bin ich heute fast 16 km gelaufen – allerdings seeeeehr langsam in einem Durchschnittstempo von ca. 8 Min./km. Die Pause habe ich doch gemerkt und alles andere, wäre mir direkt zu viel gewesen. Und so bin ich lieber langsam und dafür länger gelaufen. Das mag ich ja generell viel lieber. Ich kann auch nicht sagen, dass ich total locker und leicht gelaufen bin. 😉 Das macht aber nichts. Es war trotzdem total schön.

Da ich Trainingspläne ja so gerne mag, habe ich mir direkt mal einen erstellt. Schließlich möchte die Harzquerung Ende April vernünftig gelaufen werden: 51 km von Wernigerode bis Nordhausen. Als wäre die Strecke nicht schon beeindruckend genug – sind insgesamt 1.360 Höhenmeter bergauf zu überwinden…

Ich gebe zu, ein bisschen verrückt, finde ich diese Aktion schon. Da tanze ich seit Jahren um den Hermannslauf herum, den ich mit 31 km und 515 HM rauf und 710 HM runter schon mehr als spektakulär finde. Aber statt den erstmal zu laufen, lege ich gleich eine Schüppe mehr drauf. Nun gut. Ich werde den Weg des Hermannslauf dann wohl mal als Übungslauf vorab machen. Der richtige Hermannslauf ist auch genau am Tag nach der Harzquerung und ich habe dort schon einen anderen Termin, somit ist das eh keine Option…

Vom Velmerstot zum Hermannsdenkmal

Den heutigen Nachmittag habe ich dazu genutzt, ein Stück vom Hermann zu laufen. Los ging es mit dem Zug von Paderborn nach Leopoldstal. Auf dem Weg habe ich mir noch einen Kaffee gegönnt (in einem „bösen“ togo-Becher, die ich ja möglichst versuche zu vermeiden. Immerhin habe ich den Deckel weg gelassen…. Der Kaffeedurst war einfach zu groß.)

Als erstes ging es etwa 2 km bis zum Lippischen Velmerstot hoch. Leopoldstal liegt bei etwa 285 m und der Velmerstot auf 441 m Höhe. Es ging also tatsächlich richtig hoch. Oben war es auch recht windig und kalt. Und so einsam, dass ich sogar ein Reh entdeckt habe.

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Blick vom Velmerstot

Dann war ich kurz verwirrt, wo denn nun der Hermannsweg weitergeht – Ich wollte ja nicht einfach irgendwo runterlaufen – sonst hätte ich möglicherweise noch einen zweiten Anstieg gehabt… Ich bin dann aber doch fündig geworden und es ging an den Abstiegslauf über Stock und Stein. Das war gar nicht so einfach zu laufen. Ab jetzt kamen mir auch mehrere Wanderer entgegen und weil heute Weihnachten ist, hat auch fast jeder gegrüßt und „Frohe Weihnachten“ gewünscht. Das war echt schön. Sonst läuft man oft schweigend aneinander vorbei. Heute nicht.

Dann folgte der schönste Teil des Laufes. Es ging leicht bergab durch das Silberbachtal. Das war richtig schön und sogar die Sonne kam ein bisschen raus. So hätte ich ewig weiterlaufen können…. Aber wie das beim Hermannsweg so ist, der nächste Anstieg kommt bestimmt. Nach zwei anstrengenden An- und Abstiegen war ich schließlich bei den Externsteinen.

Ich hatte jetzt ca. 10 km hinter mir. Das klingt eigentlich nicht viel, aber durch die vielen Höhenmeter habe ich die schon ganz schön gemerkt. Und von richtig laufen konnte eigentlich auch nicht die Rede sein. Entweder ging es steil bergauf (da gehe ich eh) oder es ging bergab und dann aber über viele Steine und Wurzel oder so steil, dass ich eigentlich auch nicht laufen konnte. Und die Passagen, die mal ohne Steigung sind, waren oft so matschig, dass ich bei jedem Schritt weggerutscht bin. Ich war tatsächlich heute mal sehr am kämpfen. Und die nächsten 10 km bis zum Hermannsdenkmal waren auch nicht besser. Ich habe den Weg und meine Entscheidung diverse Male verflucht und sehr viel vor mich hingeschimpft. Zwischendurch habe ich auch überlegt, ob ich die ganze Aktion abbreche und einfach zum nächsten Bahnhof laufe. Doch so viel weniger wäre das nicht gewesen und am Ende hat der Wille, es doch bis zum Hermann zu schaffen, doch groß genug. Und so stand ich bei km 20 endlich davor. Hurra!

Allerdings war das glückliche Ankommen nur von kurzer Dauer. Am Hermannsdenkmal gibt es schließlich kein Bahnhof… Und der in Detmold ist nochmal über 5 km entfernt…. Ich war mittlerweile echt platt und bin zwei km (trotz angenehmer Bergab- und anschließend Flach-Strecke) gegangen. Und dann kam plötzlich die Energie wieder. Ich habe mir Musik auf die Ohren geschmissen und konnte wieder laufen. Es ist immer wieder spannend, wie schnell sich das ändern kann. Und so bin ich die letzten km bis zum Bahnhof im normalen Tempo gelaufen. Nach insgesamt 25,5 km bin ich am Bahnhof angekommen, da konnte ich mich am Kiosk noch mit Verpflegung eindecken und mich dann glücklich in den Zug setzen. Mein ganzer Ausflug hat 4 Stunden gedauert (inklusive der Pausen am Velmerstot, den Externsteinen und am Hermann). Jaaa – recht langsam. 🙂 Der Zug nach Paderborn zurück führte wieder über Leopoldstal und braucht für die Strecke ganze 11 Minuten. 😉 Aber mein Weg war definitiv mit mehr Erlebnis und mehr Schweinehundüberwindung.

Winter-Wonderland im Haxtergrund

Den ersten Schnee heute habe ich für einen schönen Winterlauf im Haxtergrund genutzt. Ich hatte erst noch etwas zu kämpfen – unterm Schnee ist nämlich gar kein weiterer Schnee sondern Matsch und große Pfützen. 😦 Also hatte ich ruckzuck nasse Füße. Nachdem ich diese Hürde genommen hatte (und mich bei meinen Lauffreunden ausgeheult habe) konnte ich den Lauf genießen. Winterläufe haben wirklich ihren eigenen Charme. Die klare Luft, die schöne Landschaft und auch die Kälte (mit Freude auf die anschließende warme Dusche) gefällt mir wirklich gut.

Da war es dann auch nicht weiter wild, dass ich an einer Stelle falsch abgebogen bin und dadurch meine ursprünglich geplante Strecke um 3 km verlängert habe. So waren es dann knapp 18,5 km.

Matschparty

Heute hatte ich beim Laufen Begleitung von Jörg und wir haben zusammen den Alten Pilgerweg im Haxtergrund mit knapp 20 km und etlichen Höhenmetern gerockt. Es war allerdings seeeehr matschig und damit war die Strecke echt anspruchsvoll. 

Es war richtig schön mal Gesellschaft beim Laufen zu haben. So geht die Zeit echt wie im Fluge um. Die Aktion schreit nach Wiederholung. 

Der Tanz mit den Elementen

Könnt ihr euch an die Szene in Forrest Gump erinnern, als es in Vietnam geregnet hat: „Eines Tages fing es an zu regnen. Überall Regen. Regen von oben, Regen von der Seite, Regen von unten und manchmal sogar Regen der von unten nach oben kam …“ So habe ich mich heute gefühlt! Es hat wirklich die ganzen 2:36 Stunden geregnet. Puhh!! Am Ende waren meine Hände so kalt, dass sie erst unter der Dusche mit einer Menge Kribbeln wieder warm geworden sind.

Dafür fiel mir der Lauf von 20 km heute echt vergleichsweise leicht. Ich habe mich heute wieder für den „Alten Pilgerweg“ im Haxtergrund entschlossen. Der ist immer wieder schön und ein Erlebnis. Man läuft (bis auf ein kurzes Stück an einer Straße entlang) die ganze Zeit durch den Wald. Das ist wirklich schön. Und heute hatte ich dabei den Rauschen des Windes und das Tropfen des Regens auf die Bäume im Ohr. 😉 

Hier war ich noch trocken…
Die Kuh hatte mich fest im Blick.
Schöne Aussichten… 🙈💦🌧
Ab und zu geht der Weg über eine Wiese und dann heißt es achtsam laufen, da der Untergrund tatsächlich sehr huckelig ist und man es vorher nicht wirklich erkennt.
Schön, wenn einem das Wasser auf dem Weg entgegen fließt.
Der Weg links und rechts war komplett voll Wasser und in der Mitte hohes, nasses Gras. Es war tatsächlich egal, wo ich gelaufen bin. Meine Schuhe, Socken und Füße waren einfach komplett durchweicht.
Hier war es dann auch komplett egal. 😏😂