51 km durch den Harz – meiner erster Ultra

51 km quer durch den Harz – von Wernigerode nach Nordhausen. Das Event kam mir vorher total unwirklich vor und ehrlich gesagt, kommt es mir jetzt auch total unwirklich vor. Aber ich bin es tatsächlich gelaufen – jeden einzelnen Schritt – 60.728 Schritte waren es am 28. April 2018 abends auf meiner Uhr.

Gestartet ist unser Abenteuer am Freitagnachmittag als Laufkumpel Jörg und ich uns auf den Weg in den Harz aufgemacht haben. Die Autobahnen waren zwar voll, aber einen richtigen Stau hatten wir nicht. So kamen wir entspannt in Wernigerode an und haben unsere Startnummern abgeholt: Mit den Nummern 213 und 214 geht es für uns durch den Harz. Bei einem kleinen Bummel durch das sehr hübsche Städtchen haben wir uns mit Laufbekanntschaften von Jörg in einer Pizzeria getroffen. Und wie das bei Läufertreffen so ist, ist man sehr schnell im Gespräch und haben uns den Abend über unsere Laufabenteuer ausgetauscht. Nach Aussagen wie „Ach – 100 km kann ich auch ohne Training laufen. Für 230 km muss ich mal trainieren.“ und „Michael ist den Marathon de Sables gelaufen“ (230 km durch die Wüste – das finde ich echt krass und ich habe schon diverse Dokumentationen dazu gesehen) fühlt man sich plötzlich ganz normal und als kleines Licht am Läuferhimmel – mehr als drei Marathons habe ich ja bisher nicht vorzuweisen. 😉 Es ist aber irre spannend, die Geschichten der anderen zu hören. Doch so faszinierend sich das alles anhört – bei vielen Läufen, u.a. den Marathon de Sables habe ich auch gar keinen Drang es selber mal auszutesten. Ich werde sicherlich noch einige spannende Läufe machen, aber ich merke jetzt schon, dass ich auch auf jeden Fall meine Grenzen habe. Ich kenne mittlerweile schon viele Läufe, da ich viel darüber lese und bei YouTube gucke – an dem Abend kamen aber doch einige Läufe auf den Tisch, von denen ich noch nie etwas gehört habe. Es ist wie überall im Leben: Es gibt nichts, was es nicht gibt. Weder von den Entfernungen und noch von den extremen Bedingungen (Wüste, Antarktis, durch die Alpen, unter Tage, mehrere Tage lange, usw. usw. usw). Witzig ist dann wieder die Story, von einem Marathon um den Küchentisch. Ernsthaft! Da wurden schon ein paar Kreise mehr gedreht…. Wie gesagt, es gibt nichts, was es nicht gibt.

So ging der Abend bei Pizza, Schlummerbier und viel Gequatsche schnell rum. Die Nacht habe ich sogar 5 Stunden lang richtig gut geschlafen. Da ich früher wach war, konnte ich noch meditieren und mich in Ruhe vorbereiten. Mein Frühstück (Overnight-Oats – ich liebe es) hatte ich mitgebracht und so konnte ich bequem im Hotelzimmer frühstücken. Um 7.30 Uhr habe ich mich auf den Weg gemacht und die anderen an der Sporthalle wieder getroffen. Es gab die Möglichkeit dort zu übernachten. Die Vorstellung mit 50 weiteren Läufer in einer Halle zu übernachten, hat mich allerdings sehr schnell dazu bewogen, mir ein Hotelzimmer zu nehmen. Und das war für mich genau die richtige Entscheidung. Dann nochmal das üblich vorher: Gepäckbeutel abgeben und zur Toilette. Dort wurde direkt der Schwarzmarkt für das Toilettenpapier eröffnet. Da selbiges bereits leer war, war eine Teilnehmerin, die welches mitgebracht hatte, heiß begehrt. Immer wieder herrlich, wie solche einfachen Dinge plötzlich einen so hohen Stellenwert bekommen. Als Langläufer ist man toilettenmäßig ja eh Kummer gewöhnt, so dass ich das echt entspannt sehe.

Anschließend ging es zum Startbereich, der etwa 1,5 km entfernt lag. Auf dem Weg dorthin habe ich mich mit dem Marathon-de-Sables-Michael unterhalten. Anfangs war ich noch recht entspannt, doch je näher wir zum Start kamen, um so mehr habe ich die typische Aufregung vor dem Start gespürt. Es ist keine Nervösität, sondern ich spüre einfach, wie das Adrenalin hochkommt und sich freudig-gespannte Stimmung breitmacht. Am Start standen alle gemütlich rum und quatschten – eine sehr angenehme Stimmung und komplett anders als bei den kürzeren Stadtläufen, wo es doch oft recht hektisch und trubelig zugeht. Dann kam der Startschuss und es passierte erstmal nix, da alle gemütlich losmarschiert sind. Da es direkt bergauf geht, lohnt es sich auch nicht los zu spurten. Über die Startlinie sind wir noch gelaufen, doch dann sind wir direkt ins Wandern gekommen. Es ging zügig in den Wald hinein und kurze Zeit später standen wir bereits im Stau, da die ersten Bäume überklettern werden musste.

Die ersten km habe ich zum Reinkommen gebraucht und ich kann mich an die ersten 10 km nur noch wage erinnern. Ich habe zwischendurch immer mal wieder Kilometer „verloren“. Mein Uhr vibriert bei jedem Kilometer kurz. Ich bekomme das nicht immer mit – zumal ich auch so oft ein gutes Gefühl für die Strecke habe. Bei den ersten 10 km war ich aber doch überrascht, dass die Uhr mehr km anzeigte, als ich gedacht hätte.  Das war ja gar nicht schlecht. Nach 10 km (nach 1:25 h)  kam die ersten Versorgungsstation. Das passte gut. Ich hatte kurz vorher schon einen ersten halben Riegel vertilgt und konnte mich so mit Toast und Bananen stärken. Ich hatte tatsächlich Hunger – das Frühstück war einfach schon zu lange her. 😉

Nach ca. 2 Stunden waren wir bei km 15 und ich habe eine kleine Krise bekommen. Mir kam Nordhausen noch so unendlich weit entfernt vor und fand es plötzlich total absurd 51 km durch den Wald zu laufen. Ich war aber zum Glück vorbereitet, was ich tue, wenn ich mentale Einbrüche bekomme. Ich habe also sofort die Strecke eingeteilt und mir gesagt, dass ich die nächsten 10 km auf jeden Fall schaffe, dann habe ich die Hälfte und kann nochmal neu gucken, was geht. Schließlich läuft man auch beim Ultra einfach nur einen Schritt nach dem anderen. Die ganze Strecke ist geistig einfach nicht zu erfassen und das ist auch gut so. Und kurz danach war ich total drin: Ich bin gelaufen, was zu laufen ging – Ich bin gegangen, wenn es zu gehen war. – Die anderen Läufer waren da – Die wunderschöne Natur war da. – Ich war echt drin und habe den Lauf richtig genießen können.

Der Harz ist wirklich wunderschön. Es geht nahezu ausschließlich quer durch den Wald: kleine Trails, über verwurzelte Wege, über Stock und Stein, über kleine Bäche, auch immer mal wieder Wanderwege, dann wieder der Waldboden pur, ab und an ein Baum zum drüber klettern. An einer Stelle sprang eine Teilnehmerin locker über den Baum – das habe ich mir geschenkt. Ich bin lieber drüber geklettert. Eine Herausforderung war es tatsächlich, dass man immer den Boden im Blick haben musste, damit man nicht stolpert. Irgendwann hatte ich das aber auch drin, dass ich den Boden im Blick hatte und trotzdem die Landschaft um uns herum wahrnehmen konnte. Die Nackenmuskulatur wurde dabei schon ordentlich beansprucht. Die Schotterwege, die wir gelaufen sind, verwandelten sich ab und an in Fußballplätze. Da es neben Schotter auch größere Stein gab, kickt man die beim Laufen gerne mal in der Gegend herum und wenn es ungünstig läuft, schießt man den Stein gegen das andere Bein. Aua! Das kommt davon, wenn man die Füße nicht vom Boden hebt. Ich laufe ja tatsächlich bei langen Läufen recht ökonomisch und hebe die Füße nur so hoch wie eben nötig an – gerne auch als „Ultra-Schlappschritt“ bezeichnet. 😉

Nach ca. 3, 5 Stunden haben wir die Hälfte erreicht und von Nicht-Schaffen war keine Spur mehr. Ehrlich gesagt, hatte ich es bis dahin auch schon wieder ganz vergessen, dass ich diese komische Idee mal hatte. Man läuft halt auch einen Ultra in jedem einzelnen Moment und der kann sich immer wieder anders anfühlen. Während des Laufes habe ich insgesamt auch sehr wenig auf meine Uhr geguckt. Ich hatte so grob die km im Auge, aber auch längst nicht jeden. Die Zeit hatte ich noch weniger im Blick. Irgendwie kann man 7-7,5 Stunden genauso wenig überblicken. Ich bin früher schon mal längere Zeiten gewandert oder auch Rad gefahren oder auch die Bergwanderung auf den Patalsu im Himalayagebirge, aber dass ich nahezu ununterbrochen über 7 Stunden im Bewegung war, kann ich mich nicht erinnern. Wir bleiben weiter im Rhythmus – einfach laufen, die Berge rauf oder sehr steile Passagen runter gehen, ab und an ein Foto, an den Versorgungsstationen kurz anhalten, essen, trinken, Trinkrucksack auffüllen und weiter. Länger als 5 Minuten waren wir an keiner Versorgungsstation. Ich hatte mich einmal ganz kurz auf eine Bank gesetzt – das ist aber generell keine gute Idee. Ich merke dann schnell die Ermüdung der Beine und es ist tatsächlich besser einfach weiterzulaufen.

Nach 4:45 Stunden kamen wir beim Poppenberg an – mein Magic Moment. Zu diesem Zeitpunkt waren die ersten schon längst im Ziel. Der schnellste Mann braucht für die Strecke 3:39:14 h und die schnellste Frau 4:32:52 h. Wirklich unglaublich! Ich hatte mich im Ziel mit einem der schnellen Läufer unterhalten und ihn gefragt, ob er wirklich komplett durchläuft. Ja, tut er! Wahnsinn! Ich kann mir ja schon nicht vorstellen, den Berg raufzulaufen. Gut, das würde man mit entsprechendem Training wohl irgendwann schaffen. Aber noch weniger kann ich mir vorstellen, die richtig steilen Passagen herunterzulaufen. Es gibt eine Stelle, bei der es wirklich richtig steil über einen im Grunde nicht vorhandenen Weg mit Wurzeln, Steinen, über Baumstämme nur mit kraxeln runter geht. Ja – auch da wäre er gelaufen. Einfach Kopf aus und los… Hui!!!! Hut ab!

Nach dem Poppenberg ging die Strecke zunächst relativ flach weiter und dann gab es noch den ein oder anderen Anstieg. Zu dem Zeitpunkt hatte ich mich schon so daran gewöhnt, dass ich das gar nicht mehr richtig realisiert habe. Viel spannender war da der Moment für mich, als ich die Marathonmarke überschritten habe. Nach knapp 6 Stunden war es so weit und ich habe den kleinen Schritt über 42,195 km hinaus gemacht. Das war ein tolles Gefühl und ich habe es mit einem albernen kleinen Video und dem Abklatschen mit Jörg gefeiert.

Das war in Neustadt im Harz, wo es auch eine Versorgungsstation gab. Hier hatte ich neben dem üblichen Obst und Wasser auch ein Brot mit Bärlauchsalz genommen. Ich fand erst, dass das eine gute Idee wäre. Allerdings habe ich kurze Zeit danach etwas Probleme mit dem Magen bekommen und wir sind etwas langsamer gelaufen. Das zog sich so 2-3 km hin und dann war es wieder in Ordnung. Somit habe ich gelernt, dass ich während des Laufes besser kein Brot mit Bärlauchsalz esse. Es lag mir tatsächlich zu schwer im Magen. Dann bleibe ich zukünftig besser mal bei Obst, Riegeln und weißem Toast mit Butter und normalen Salz. 🙂

Das nächste Highlight war dann km 45, die wir nach ca. 6,5 Stunden erreicht haben. Jetzt war ich offizielle Ultraläuferin. Wow! Es fühlte sich wirklich sehr gut an.

Die letzten Kilometer haben wir tatsächlich einfach nur genossen. Wir haben noch einige Fotos gemacht, haben gequatscht und sind in Ruhe bis ins Ziel gelaufen. Interessanterweise war das gar nicht so ein euphorischer Moment. Bei meinem ersten Marathon in Köln, war die Überquerung der Ziellinie der absolute Gänsehautmoment.

Beim Überquerung der Ziellinie in Nordhausen war ich einfach nur unendlich dankbar, dass ich diese Reise machen konnte und gesund im Ziel angekommen bin.

In einem meiner Bücher steht folgender Spruch:

„Wenn du laufen willst,  laufe eine Meile.
Wenn du ein neues Leben willst, lauf einen Marathon.
Wenn du mit Gott sprechen willst, lauf einen Ultra.“

Persönlich habe ich Gott nicht gesehen, aber vielleicht war er einfach die ganze Zeit dabei – in Form der wunderschönen Natur, in den anderen Läufern – insbesondere Jörg, in der Sonne und dem perfekten Wetter, in den wunderschönen Ausblicken im Harz, im Poppenberg, in den Organisatoren und den vielen, vielen Helfern, ohne denen dieses Event nicht möglich gewesen wäre.

Ich bin sehr dankbar, dieses Abenteuer gemacht zu haben und bin jetzt wirklich sehr stolze Ultraläuferin!

Hier gibt es die Bilder und Videos zur Harzquerung.

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Back on the road

Hurra!! Endlich wieder laufen. Nachdem ich erneut 1,5 Wochen krank war und ich damit dieses Jahr insgesamt 6 Wochen krankheitsbedingt nicht laufen konnte, stand ich am Samstag frohgemut an der Startlinie des Paderborner Osterlaufs. Bei angenehmen Läuferwetter hat der Halbmarathon richtig Spaß gemacht. Und dank Ramona aus meiner Lauftruppe haben wir uns am Ende gegenseitig gepuscht und kamen unter 2:07 h ins Ziel. Auch der Rest meiner Laufgruppe und meine Familie war in ihren Läufen erfolgreich und glücklich im Ziel. Es ist so schön, eine so tolle Truppe zu haben.

Heute ging es dann etwas gemächlicher und vor allem bergiger zu. Ich war 27 km auf dem Hermannsweg unterwegs – die optimale Trainingsvorbereitung für den Harz. Nach 10 km fand ich die Idee in 25 Tagen 51 km durch den Harz zu laufen völlig bescheuert. Ab km 20 ging es dann wieder wesentlich besser. Ich werde es schaffen – einfach langsam angehen und einen Schritt nach dem anderen. Letzteres meinte neulich auch mein Sohn zu mir: „Mama, man kann jede Strecke laufen. Einfach immer nur einen Schritt nach dem anderen und immer nur an den aktuellen Schritt denken.“ Von wem er das wohl hat. 🤔😂

Endlich T-Shirt-Wetter

Vom Velmerstot zum Hermannsdenkmal

Den heutigen Nachmittag habe ich dazu genutzt, ein Stück vom Hermann zu laufen. Los ging es mit dem Zug von Paderborn nach Leopoldstal. Auf dem Weg habe ich mir noch einen Kaffee gegönnt (in einem „bösen“ togo-Becher, die ich ja möglichst versuche zu vermeiden. Immerhin habe ich den Deckel weg gelassen…. Der Kaffeedurst war einfach zu groß.)

Als erstes ging es etwa 2 km bis zum Lippischen Velmerstot hoch. Leopoldstal liegt bei etwa 285 m und der Velmerstot auf 441 m Höhe. Es ging also tatsächlich richtig hoch. Oben war es auch recht windig und kalt. Und so einsam, dass ich sogar ein Reh entdeckt habe.

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Blick vom Velmerstot

Dann war ich kurz verwirrt, wo denn nun der Hermannsweg weitergeht – Ich wollte ja nicht einfach irgendwo runterlaufen – sonst hätte ich möglicherweise noch einen zweiten Anstieg gehabt… Ich bin dann aber doch fündig geworden und es ging an den Abstiegslauf über Stock und Stein. Das war gar nicht so einfach zu laufen. Ab jetzt kamen mir auch mehrere Wanderer entgegen und weil heute Weihnachten ist, hat auch fast jeder gegrüßt und „Frohe Weihnachten“ gewünscht. Das war echt schön. Sonst läuft man oft schweigend aneinander vorbei. Heute nicht.

Dann folgte der schönste Teil des Laufes. Es ging leicht bergab durch das Silberbachtal. Das war richtig schön und sogar die Sonne kam ein bisschen raus. So hätte ich ewig weiterlaufen können…. Aber wie das beim Hermannsweg so ist, der nächste Anstieg kommt bestimmt. Nach zwei anstrengenden An- und Abstiegen war ich schließlich bei den Externsteinen.

Ich hatte jetzt ca. 10 km hinter mir. Das klingt eigentlich nicht viel, aber durch die vielen Höhenmeter habe ich die schon ganz schön gemerkt. Und von richtig laufen konnte eigentlich auch nicht die Rede sein. Entweder ging es steil bergauf (da gehe ich eh) oder es ging bergab und dann aber über viele Steine und Wurzel oder so steil, dass ich eigentlich auch nicht laufen konnte. Und die Passagen, die mal ohne Steigung sind, waren oft so matschig, dass ich bei jedem Schritt weggerutscht bin. Ich war tatsächlich heute mal sehr am kämpfen. Und die nächsten 10 km bis zum Hermannsdenkmal waren auch nicht besser. Ich habe den Weg und meine Entscheidung diverse Male verflucht und sehr viel vor mich hingeschimpft. Zwischendurch habe ich auch überlegt, ob ich die ganze Aktion abbreche und einfach zum nächsten Bahnhof laufe. Doch so viel weniger wäre das nicht gewesen und am Ende hat der Wille, es doch bis zum Hermann zu schaffen, doch groß genug. Und so stand ich bei km 20 endlich davor. Hurra!

Allerdings war das glückliche Ankommen nur von kurzer Dauer. Am Hermannsdenkmal gibt es schließlich kein Bahnhof… Und der in Detmold ist nochmal über 5 km entfernt…. Ich war mittlerweile echt platt und bin zwei km (trotz angenehmer Bergab- und anschließend Flach-Strecke) gegangen. Und dann kam plötzlich die Energie wieder. Ich habe mir Musik auf die Ohren geschmissen und konnte wieder laufen. Es ist immer wieder spannend, wie schnell sich das ändern kann. Und so bin ich die letzten km bis zum Bahnhof im normalen Tempo gelaufen. Nach insgesamt 25,5 km bin ich am Bahnhof angekommen, da konnte ich mich am Kiosk noch mit Verpflegung eindecken und mich dann glücklich in den Zug setzen. Mein ganzer Ausflug hat 4 Stunden gedauert (inklusive der Pausen am Velmerstot, den Externsteinen und am Hermann). Jaaa – recht langsam. 🙂 Der Zug nach Paderborn zurück führte wieder über Leopoldstal und braucht für die Strecke ganze 11 Minuten. 😉 Aber mein Weg war definitiv mit mehr Erlebnis und mehr Schweinehundüberwindung.

Matschparty

Heute hatte ich beim Laufen Begleitung von Jörg und wir haben zusammen den Alten Pilgerweg im Haxtergrund mit knapp 20 km und etlichen Höhenmetern gerockt. Es war allerdings seeeehr matschig und damit war die Strecke echt anspruchsvoll. 

Es war richtig schön mal Gesellschaft beim Laufen zu haben. So geht die Zeit echt wie im Fluge um. Die Aktion schreit nach Wiederholung. 

Nach dem Marathon…

Jetzt ist es 6 Tage her, dass ich meinen Marathon gelaufen bin. Der Schmerz geht – der Stolz bleibt. Ganz genau so ist es!

Von Sonntag auf Montag bin ich noch in Köln geblieben. Vormittags sind wir noch eine kleine Runde spazieren gewesen. Joah! Ich sage mal so. Die Schmerzen in den Oberschenkel waren schon ganz ordentlich. Ich habe auch versucht, zwei Schritte zu laufen. Keine Chance!! Uiuiui. Das hat direkt geschmerzt. Als ich am Montag wieder zu Hause war, war ich auch einfach nur froh und habe viel Zeit auf dem Sofa bzw. auch schlafend im Bett verbracht. Ich hatte auch die Nacht nach dem Marathon wenig geschlafen. Ich hatte ja gedanklich auch einiges zu verarbeiten gehabt. 😉

Der Dienstag war auch noch sehr piano. Den Tag fand ich am schlimmsten. Die Oberschenkel haben so geschmerzt, dass ich die Treppen nur mit Ach und Krach und festhalten an der Wand bzw. am Handlauf gehen konnte. Rauf war schon schlimm – runter noch viel schlimmer. Auch ansonsten fühlte ich mich einfach kaputt. Es fühlte sich fast so an, als wenn man krank gewesen und erholt sich nun wieder. Ich bin zwar immer wieder spazieren gegangen, aber ansonsten war noch viel ausruhen angesagt. Ab Mittwoch wurde es dann langsam besser. Am Donnerstag fühlte ich mich so weit wieder hergestellt, dass ich eine kurze Runde von 2,3 km laaaangsam laufen gehen konnte. Anschließend war ich in der Sauna. Das hat mir sehr gut getan und damit ist der Muskelkater fast komplett weggegangen. Am Freitag ging es mir fast „erschreckend“ gut. Ich hatte nicht mehr das Gefühl, dass ich 5 Tage vorher tatsächlich eine so lange Strecke gelaufen bin. Ein Blick auf meine Medaille, mein Zieleinlauffotos und die ganzen Glückwünsche (über Facebook, WhatsApp und persönlich) sprachen aber eine deutliche Sprache. Das ist wirklich toll, muss ich gestehen. Eine kleine Heldentat vollbracht. 😉

Damit stand meinem nächsten Lauf ja nichts mehr im Wege. In einem Anflug von Wahnsinn hatte ich mich für den Trail-Run heute in Brenken angemeldet. Eine nette kleine Veranstaltung mit netten Menschen und Laufkollegen. Das Höhenprofil und der Matsch auf der Strecke (ist ja Trail) hatte es schon in sich. Ich war aber sehr überrascht wie gut es ging. Ab km 5 meldete sich meine Oberschenkel wieder. Ich bin dann etwas langsamer gelaufen und habe für die 9.2 km etwas unter einer Stunde gebraucht. So kurz nach dem Marathon bin ich da mehr als zufrieden mit. Und es hat auch einfach Spaß gemacht.