Langer Lauf von BaLi nach Hause

Heute stand mal wieder ein etwas längerer Lauf auf dem Programm. Also habe ich mir meine Landesgartenschau-Dauerkarte und etwas Geld eingepackt und bin mit dem Bus nach Bad Lippspringe gefahren. Dort habe ich mir erst das Hang-Konzert angehört, um anschließend (zusammen mit einer Busladung Senioren – offensichtlich DAS Klientel der Landesgartenschau ;-)) ein Wasser und einen Kaffee zu trinken. 



Das Gelände ist übrigens wirklich schön und sehr empfehlenswert. Ich bin total happy, dass ich die Dauerkarte habe, damit fährt man auch für kürzere Aufenthalte zwischendurch mal hin. Und für die regelmäßigen Hang-Konzerte lohnt es sich allemal. Ich habe Martin Hillebrandt und sein Hang schon vorher im Yogastudio kennen gelernt. Die Story des Instruments ist echt spannend. Es wurde von zwei Schweizern erfunden und das Originalinstrument bekommt man ausschließlich über ein Bewerbungsverfahren, da jährlich nur um die 500 Instrumente gebaut werden. Die ganze Story gibt es hier

Mein Platz zum Kaffeetrinken

Als ich mich dann aufraffen konnte, bin ich die 13,5 km nach Hause gelaufen. Das lief insgesamt ganz prima. 


Zum Schluss habe ich noch 5 Steigerungen eingebaut, d.h. man läuft über ca. 80-100 m immer schneller bis zum Sprint. Hui! Nach zuvor 80 Minuten Laufen ist das schon eine ziemliche Ansage…. Danach war ich dann auch platt und gehe jetzt in eine zweitägige Pause. 

Advertisements

Gedanken über den Marathon

Ich habe mir ja heute das Video von Kathrine Switzer – der ersten (offiziellen) Marathonläuferin angeschaut. Bjarne fand die Geschichte auch ganz spannend und meinte, dass er es toll fände von der Frau. Dadurch könnte ich schließlich jetzt den Marathon laufen. Schlaues Kerlchen (erwähnte ich schon mal wie stolz ich auf meinen Sohn bin?) und er hat ja sooooo recht. Es ist nicht vorstellbar, dass bis vor 50 Jahren keiner geglaubt hat, dass Frauen eine solche Distanz laufen könnten. Und der Knaller ist wirklich, dass es Männer gab, die befürchtet haben, dass die Gebärmutter herausfallen könnte. Wahnsinn. Es ist wirklich gut, dass die Gesellschaft sich dort weiter entwickelt hat. Sicherlich gibt es noch viele Themen bezüglich der Gleichberechtigung, die angegangen werden müssen. Ich finde aber, dass wir auf einem guten Weg sind. Und schließlich beginnt alles mit einem ersten Schritt – wie ein Marathon.

Bei meinen Recherchen zu Kathrine bin ich auch auf Gaby Andersen-Schiess gekommen. Daran kann ich mich sogar noch erinnern! Ich war 7 und habe damals oft die Bild am Sonntag (die hatten meine Eltern damals in unserer Kneipe verkauft) gelesen bzw. mir viel die Bilder angeschaut. Viel Text gab es ja nicht und den konnte ich zum Teil schon lesen. 😉 

Auf jeden Fall kann ich mich an das Bild dieser torkelnden Dame erinnern. 1984 fanden die olympischen Sommerspiele in Los Angeles statt und es gab zum ersten Mal die Marathondistanz für Frauen. Dieses Bild hat mich damals echt abgeschreckt und gleichzeitig fand ich es auch faszinierend, dass man so eine lange Distanz laufen kann. Vermutlich entwickelte sich schon damals eine gewisse Liebe/Faszination zum Marathon. Umso schöner, dass ich es dieses Jahr tatsächlich tun werde: meine ersten 42,195 km am Stück! Wow! Ich habe mir heute das Video vom Zieleinlauf von Gaby angeschaut. Es wurde viel darüber diskutiert, ob man sie aus dem Rennen hätte nehmen müssen oder nicht. Andererseits wird sie von vielen als Heldin gefeiert, die gezeigt hat, zu was man in der Lage ist, wenn man etwas wirklich, wirklich möchte. Dieser eiserne Willen ist natürlich etwas, was ich gut finde und was ich auch habe. Was ich mir vornehme, ziehe ich durch. Aber nicht zu jedem Preis!  Ich bin wirklich froh, dass sie es überlebt hat! Es hätte auch anders ausgehen können. Ich werde mir die Bilder dennoch immer wieder vor Augen führen. Denn eins zeigen sie mir mehr als deutlich – der Distanz eines Marathons muss man immer wieder den nötigen Respekt zollen. Ein Marathon ist zu schaffen. Dennoch bleibt bei mir immer eine Demut gegenüber den 42,195 km. Es ist einfach verdammt lang. 

Sundowner-Run

Wow. Was für ein wunderbarer Abend. Wir waren heute in Bielefeld, da ich mir ein neues Fahrrad kaufen möchte. Wir sind auch fündig geworden und in ca. 4-5 Wochen habe ich mein schickes neues Radl. Auf dem Rückweg haben die Männer mich in Sennelager „rausgeworfen“ und ich bin von da nach Hause gelaufen. 


Während des Laufes ging die Sonne unter und ich hatte wunderschönes Licht am Lippesee. 


Als ich durch Elsen Richtung Paderborn lief, war es dann richtig dunkel.


Ich bin während meines Laufes an der Benteler-Arena des SC Paderborns vorbeigekommen. 



Uns droht ja tatsächlich der Abstieg in die 4. Liga. Puh! Das wäre das erste Mal in Deutschland, das ein Fußballverein von der 1. Liga von Jahr zu Jahr immer weiter bis in die Regionalliga durchgereicht worden wäre. Gerne erinnere ich mich an den Start in die Saison 2014/15 als wir in der 1. Bundesliga gespielt haben und ganz besonders gerne erinnere ich mich an den 4. Spieltag zurück als Paderborn tatsächlich auf Platz 1 der 1. Bundesliga stand.

IMG_7512

IMG_7342

Ab da ging es gefühlt nur noch bergab. Und der erneute Abstieg wäre wirklich bitter. Leider sieht es aktuell nicht so rosig aus, da wir 6 Spieltage vor Saisonende 7 Punkte vom Platz außerhalb der Abstiegszone sind. Nichtsdestotrotz werden wir in 2 Wochen zusammen mit Bjarne zum Fußball gehen und unsere Mannschaft anfeuern. Mal schauen, was dort noch geht. Wäre doch schade, wenn das schicke neue Trainingszentrum nicht so richtig genutzt werden könnte. Es heißt also Daumen drücken!

Meinen Lauf habe ich glücklich nach 15,5 km in 1:39 h beendet. Ich bin heute fast wie im Tunnel gelaufen und war mal wieder im 7. Läuferhimmel. Schön! Einfach nur schön.

 

Von den Externsteinen zum Hermann

Heute haben wir (Philipp, Bjarne und ich) das wundervolle Wetter für einen Ausflug zu den Externsteinen genutzt. Ich mag diesen Ort – er hat so etwas magisch-mystisches. Es sieht großartig aus, wie sich die Steine über den kleinen See erheben. Wir sind erst unten herumgeschlendert und haben entdeckt, dass es sich im Felsengrab Jemand bequem gemacht hatte: Da lag ein Mann komplett still – meditierend? Ein paar Kinder sprachen ihn an, weil sie auch mal dort hineinwollten. Er hat keinen Mucks von sich gegeben. Er sah aber ansonsten recht lebendig aus. Somit haben wir ihn in Ruhe gelassen. Stattdessen sind wir auf die begehbaren Teile der Externsteine gestiegen. Bei dem schönen Wetter hatten wir auch wunderbare Aussichten über den Teutoburger Wald.

Anschließend sind wir noch oberhalb der Externsteine im Wald herumgelaufen und haben ein kleines Picknick eingenommen. Danach habe ich mich verabschiedet und mich laufend auf den Hermannsweg begeben. Dieser erwartete mich auch direkt mit der ersten Steigung, so dass mein Laufschritt direkt in einen schnellen Wanderschritt wandelte. Trotz allem Trainings: Bergauf laufen ist immer noch nicht so mein Ding. Ich habe mir keinen Stress gemacht und bin sämtliche steilen Passagen schnell gegangen. Die wenigen Bergabpassagen kosteten meine ganze Aufmerksamkeit, da die Wege recht steinig sind. Zwischendurch gab es einfach nur herrliche Strecken durch den Teutoburger Wald. Ein wirklich schönes Fleckchen Erde. Ab und an trifft man ein paar Wanderer, ansonsten ist der Weg angenehm ruhig. Im Örtchen Berlebeck geht es vorbei an der Adlerwarte (natürlich bergauf!) und anschließend weiter durch den Wald. Der Rest des Weges führt direkt an der Hauptstraße steil bergauf zum Hermann, den ich nach knapp 10 km und 1:20 Stunde sehr zufrieden erreiche.


Ich hatte die ganze Zeit darauf gewartet, dass man den Hermann bereits früher sehen kann. Das ist tatsächlich erst, wenn man schon fast da ist. Erst dann erhebt er sich stolz mit seinen 26,5 m Höhe zwischen den Bäumen hervor.


Bevor wir heute losgefahren sind, hatte ich noch einen interessanten Artikel über den Erbauer des Hermanns gelesen: Ernst von Bandel. Er hat 37 Jahre seines Lebens damit verbracht, diese Statue zu bauen. Er hat sein ganzes Geld hineingesteckt und seine Gesundheit eingebüßt (er war am Ende fast blind und schwach). Die letzten Jahre hat er in einer kleinen Hütte direkt am Hermann gewohnt. Die Hütte ist jetzt ein kleines Museum. Trotz aller Widrigkeiten hat er es am Ende geschafft und sein Lebenswerk vollendet. Er starb ein Jahr nach der Eröffnung. Ich bin immer wieder von Künstlern fasziniert, die sich ihrer Kunst so verschreiben und völlig darin aufgehen. Und schön, dass dieses Denkmal auch nach 130 Jahren noch stolz aufgerichtet auf der Grotenburg trohnt.