Projekt 50k für 50k

Gestern war ich seit längerer Zeit mal wieder eine schöne lange Strecke laufen – 33 km von Lippstadt nach Soest – ungefähr den Jakobs-Pilgerweg entlang. Leider findet man die Kennzeichnung der Muscheln nicht überall, so dass ich immer mal wieder auch andere Um-/Rad-/Feld-Wege gelaufen bin. Aber am Ende bin ich glücklich in Soest angekommen und habe mich auf dem dortigen Weihnachtsmarkt verpflegt. 

Während des Laufens hat man ja viiiiel Zeit zum Nachdenken und mein aktuelles Thema ist unsere neu gestartete Petition, um auf den Pflegenotstand bei schwerkranken und behinderten Kindern aufmerksam zu machen. Da ich meine Wettkämpfe ja eh schon für meinen Sohn Julian laufe, kam mir der Gedanke zum Projekt „5o k für 50 k“. 

Um mit unserer Petition im Petitionsausschuss vom Bundestag angehört zu werden, benötigen wir 50.000 Unterschriften. Dabei kam mir gestern der Gedanke, dass es ja genau die Strecke ist, die man bei einem 50 km-Lauf zurücklegt – 50.000 Meter. Ich plane am 29. Dezember an einem 50km-Lauf teilzunehmen. Und bei diesem Lauf möchte ich jeden Meter, den ich laufe, einen der Unterstützer widmen. Doch dafür bräuchten wir natürlich bis dahin auch tatsächlich 50.000 Unterschriften! 🙂

Wer unterstützen möchte, kann das zum einen mit einer Unterschrift (Link siehe unten) und zum anderen mit dem Aktivieren weiterer Unterstützer tun. 50.000 Unterschriften sind echt viel – 50.000 m auch… Helft mir mit bei meinem Projekt. Und wer Lust hat, kann natürlich auch beim Lauf mit dabei sein. 

                           Link zur Petition: https://www.openpetition.de/petition/online/behinderte-und-schwerkranke-kinder-in-deutschland-brauchen-unsere-unterstuetzung

Alle Infos rund um die Petition auf unserer Facebook-Seite: https://www.facebook.com/teamDAVIDgmbh/

Werbeanzeigen

Ein ganz besonderer Marathon

Am Sonntag stand ein ganz besonderer Marathon auf dem Programm. Ich hatte mich für den Almetal-Marathon angemeldet, der von Harth-Ringelstein an der Alme lang bis nach Paderborn führt. Im letzten Jahr war die Erstauflage und ich war mit dem halben Marathon dabei. Dieses Jahr sollte es also die komplette Distanz sein. Und inspiriert durch einen Papa, der über Facebook von einem Lauf mit seiner besonderen Tochter erzählte, wollte ich das große Abenteuer wagen und unseren besonderen Sohn Julian ein Stück mitnehmen.

Im Training habe ich Julian schon ab und an mal in seinem Rehabuggy für ein paar Kilometer mitgenommen. Das hat jedes Mal prima geklappt und er hatte auch seinen Spaß. Er kann nicht sprechen, aber sobald ich stehen bleiben oder langsamer laufe, trappelt er mit seinen Füßen, dass es wieder schneller gehen soll. Er ist teilweise so aktiv, dass er auch selber nach den Läufen platt ist. 😉 Auf jeden Fall hat er Freude daran und das hat mich motiviert, es einfach mal zu probieren.

Beim Almetal-Marathon gibt die Möglichkeit als Schnupperläufe kleinere Teilläufe mitzumachen. Allerdings stand in der Beschreibung, dass Babyjogger nicht erlaubt sind. Mmh. Was tun? Ich habe den Veranstalter angeschrieben und was soll ich sagen: Ich habe zwei superliebe Mails zurückbekommen. Das wäre natürlich gar kein Problem und Julian bekäme auch eine eigene Startnummer und er hat mir nochmal Tipps gegeben, welches Teilstück er am besten mit“laufen“ könnte usw. Wirklich es war ganz toll und ich war schon ganz gerührt. Julian konnte das letzte Teilstück ab Wewer von 6 km bis ins Ziel dabei sein.

Also hatten wir alles geplant: Mit unserer Pflegefachkraft haben wir am Freitag noch einen Probelauf gemacht – wir haben überlegt, wie wir Absauge, Notfallset, Monitor usw. gut unter bekommen, so dass beim Laufen nichts schlackert und ich auch nicht zu viel Gewicht habe. Außerdem habe ich noch zwei Mitläufer aus meiner Lauftruppe aktiviert. Mein Mann und unsere Pflegefachkraft hat Julian und die beiden Mitläufer zum Treffpunkt gebracht. Ich habe alle während des Laufs informiert, wie weit ich bin. Aufgrund der Hitze hat es etwas länger als gedacht gedauert und Julian war schon megaaufgeregt, dass wir uns nicht sicher waren, ob das alles noch so klappt.

Nach 4,5 Stunden bin ich also dort eingetroffen. Ich habe eine kleine Pause gemacht, mich nochmal gestärkt und dann haben wir natürlich noch Fotos gemacht. Außerdem war der Veranstalter, der mit mir vorher gemailt hatte, persönlich vor Ort, hat uns viel Glück gewünscht und noch Fotos gemacht. Und dann ging es im 4er Gespann los. Es war gut, dass ich Begleitung hatte, da ich so auf Julian achten konnte und nicht noch selber schieben brauchte. Mein Mann und die Pflegefachkraft sind schon zum Ziel vorausgefahren.

Nach 3 km haben wir eine Trinkpause gemacht und Julian hat auch ein bisschen Wasser über die Sonde bekommen. Da war ich vermutlich etwas übermütig, da er kurz danach leider etwas spucken musste. Ich habe ihn also abgesaugt und danach sind wir eher im schnellen Spaziergang weitergefahren. Wir wollten schließlich gut ankommen und die Zeit war mir völlig egal. Julian hat allerdings einige Male getrappelt, weil er gerne schneller wollte. 😉 Auf dem Weg haben uns auch einige Zuspruch geleistet und gesagt, wie toll sie das finden. Unsere kleine Truppe sah aber auch zu schön aus.

Kurz vorm Zieleinlauf habe ich ihn wieder übernommen und wir sind zusammen eingelaufen. Das war ein echter Gänsehautmoment. Der Zielsprecher war auch informiert und hat sowohl Julian als auch mich persönlich begrüßt. Wow! Da musste ich doch ein paar Tränen wegblinzeln. Das war soooo schön.

Julian hat sogar eine eigene Medaille bekommen (gibt es für die Schnupperläufer eigentlich nicht) und man hat richtig gemerkt, wie stolz er war. Und ich habe ihm auch diverse Mal gesagt, wie stolz ich auf ihn bin, dass er das geschafft hat. Die Medaille hat auch nachts mit im Bett geschlafen.

Das war wieder einer dieser zauberhaften Momente, bei denen man weiß, wofür man sich sonst so abmüht. Und es ist toll, dass wir jetzt ein gemeinsames Hobby haben. Ich werde jetzt regelmäßig gemeinsam mit ihm laufen (also einfach so im Wald) und ich habe auch eine tolle Laufgruppe, die mich da voll unterstützt.

img_5274
Die grünen Pfeile weisen uns den Weg. Die Ausschilderung ist wirklich sehr gut gewesen.

img_5275
Start in Harth-Ringelstein. Hier war es noch recht kühl und ich habe etwas gefroren.

img_5278
Die Alme, die uns den ganzen Weg begleitet. Hier führt sie Wasser. Um Wewelsburg herum ist sie aktuell komplett ausgetrocknet.

img_5283-1
Eine so tolle Motivation im letzten Drittel des Marathons.

img_5286
Die lustigen Männchen waren an diversen Stellen aufgemalt. Fand ich echt süß.

img_5288
So war mein Blick seeeehr lange beim Marathon. Eine lange Straße, Sonne, mein Schatten und das war’s. Da ich relativ langsam laufe, hatte ich so ab km 18 für eine seeeehr lange Zeit niemanden in meiner Nähe. Nur die Verpflegungsstationen waren noch belegt – zum Glück. Es war aber streckenweise schon echt einsam.

img_5290
Ab Wewer ist Julian im Rehabuggy dabei – mit seiner eigenen Startnummer.

img_5295
Trinkpause bei km 3 (für Julian) und km 39 für mich. Julian erhält sein Essen/Getränke über eine Magensonde.

img_5307
Der Zieleinlauf – ein absoluter Gänsehautmoment.

img_5327
So sieht das der ganze Marathon bildlich aus. Julian war aber km 36 (Wewer) dabei.

51 km durch den Harz – meiner erster Ultra

51 km quer durch den Harz – von Wernigerode nach Nordhausen. Das Event kam mir vorher total unwirklich vor und ehrlich gesagt, kommt es mir jetzt auch total unwirklich vor. Aber ich bin es tatsächlich gelaufen – jeden einzelnen Schritt – 60.728 Schritte waren es am 28. April 2018 abends auf meiner Uhr.

Gestartet ist unser Abenteuer am Freitagnachmittag als Laufkumpel Jörg und ich uns auf den Weg in den Harz aufgemacht haben. Die Autobahnen waren zwar voll, aber einen richtigen Stau hatten wir nicht. So kamen wir entspannt in Wernigerode an und haben unsere Startnummern abgeholt: Mit den Nummern 213 und 214 geht es für uns durch den Harz. Bei einem kleinen Bummel durch das sehr hübsche Städtchen haben wir uns mit Laufbekanntschaften von Jörg in einer Pizzeria getroffen. Und wie das bei Läufertreffen so ist, ist man sehr schnell im Gespräch und haben uns den Abend über unsere Laufabenteuer ausgetauscht. Nach Aussagen wie „Ach – 100 km kann ich auch ohne Training laufen. Für 230 km muss ich mal trainieren.“ und „Michael ist den Marathon de Sables gelaufen“ (230 km durch die Wüste – das finde ich echt krass und ich habe schon diverse Dokumentationen dazu gesehen) fühlt man sich plötzlich ganz normal und als kleines Licht am Läuferhimmel – mehr als drei Marathons habe ich ja bisher nicht vorzuweisen. 😉 Es ist aber irre spannend, die Geschichten der anderen zu hören. Doch so faszinierend sich das alles anhört – bei vielen Läufen, u.a. den Marathon de Sables habe ich auch gar keinen Drang es selber mal auszutesten. Ich werde sicherlich noch einige spannende Läufe machen, aber ich merke jetzt schon, dass ich auch auf jeden Fall meine Grenzen habe. Ich kenne mittlerweile schon viele Läufe, da ich viel darüber lese und bei YouTube gucke – an dem Abend kamen aber doch einige Läufe auf den Tisch, von denen ich noch nie etwas gehört habe. Es ist wie überall im Leben: Es gibt nichts, was es nicht gibt. Weder von den Entfernungen und noch von den extremen Bedingungen (Wüste, Antarktis, durch die Alpen, unter Tage, mehrere Tage lange, usw. usw. usw). Witzig ist dann wieder die Story, von einem Marathon um den Küchentisch. Ernsthaft! Da wurden schon ein paar Kreise mehr gedreht…. Wie gesagt, es gibt nichts, was es nicht gibt.

So ging der Abend bei Pizza, Schlummerbier und viel Gequatsche schnell rum. Die Nacht habe ich sogar 5 Stunden lang richtig gut geschlafen. Da ich früher wach war, konnte ich noch meditieren und mich in Ruhe vorbereiten. Mein Frühstück (Overnight-Oats – ich liebe es) hatte ich mitgebracht und so konnte ich bequem im Hotelzimmer frühstücken. Um 7.30 Uhr habe ich mich auf den Weg gemacht und die anderen an der Sporthalle wieder getroffen. Es gab die Möglichkeit dort zu übernachten. Die Vorstellung mit 50 weiteren Läufer in einer Halle zu übernachten, hat mich allerdings sehr schnell dazu bewogen, mir ein Hotelzimmer zu nehmen. Und das war für mich genau die richtige Entscheidung. Dann nochmal das üblich vorher: Gepäckbeutel abgeben und zur Toilette. Dort wurde direkt der Schwarzmarkt für das Toilettenpapier eröffnet. Da selbiges bereits leer war, war eine Teilnehmerin, die welches mitgebracht hatte, heiß begehrt. Immer wieder herrlich, wie solche einfachen Dinge plötzlich einen so hohen Stellenwert bekommen. Als Langläufer ist man toilettenmäßig ja eh Kummer gewöhnt, so dass ich das echt entspannt sehe.

Anschließend ging es zum Startbereich, der etwa 1,5 km entfernt lag. Auf dem Weg dorthin habe ich mich mit dem Marathon-de-Sables-Michael unterhalten. Anfangs war ich noch recht entspannt, doch je näher wir zum Start kamen, um so mehr habe ich die typische Aufregung vor dem Start gespürt. Es ist keine Nervösität, sondern ich spüre einfach, wie das Adrenalin hochkommt und sich freudig-gespannte Stimmung breitmacht. Am Start standen alle gemütlich rum und quatschten – eine sehr angenehme Stimmung und komplett anders als bei den kürzeren Stadtläufen, wo es doch oft recht hektisch und trubelig zugeht. Dann kam der Startschuss und es passierte erstmal nix, da alle gemütlich losmarschiert sind. Da es direkt bergauf geht, lohnt es sich auch nicht los zu spurten. Über die Startlinie sind wir noch gelaufen, doch dann sind wir direkt ins Wandern gekommen. Es ging zügig in den Wald hinein und kurze Zeit später standen wir bereits im Stau, da die ersten Bäume überklettern werden musste.

Die ersten km habe ich zum Reinkommen gebraucht und ich kann mich an die ersten 10 km nur noch wage erinnern. Ich habe zwischendurch immer mal wieder Kilometer „verloren“. Mein Uhr vibriert bei jedem Kilometer kurz. Ich bekomme das nicht immer mit – zumal ich auch so oft ein gutes Gefühl für die Strecke habe. Bei den ersten 10 km war ich aber doch überrascht, dass die Uhr mehr km anzeigte, als ich gedacht hätte.  Das war ja gar nicht schlecht. Nach 10 km (nach 1:25 h)  kam die ersten Versorgungsstation. Das passte gut. Ich hatte kurz vorher schon einen ersten halben Riegel vertilgt und konnte mich so mit Toast und Bananen stärken. Ich hatte tatsächlich Hunger – das Frühstück war einfach schon zu lange her. 😉

Nach ca. 2 Stunden waren wir bei km 15 und ich habe eine kleine Krise bekommen. Mir kam Nordhausen noch so unendlich weit entfernt vor und fand es plötzlich total absurd 51 km durch den Wald zu laufen. Ich war aber zum Glück vorbereitet, was ich tue, wenn ich mentale Einbrüche bekomme. Ich habe also sofort die Strecke eingeteilt und mir gesagt, dass ich die nächsten 10 km auf jeden Fall schaffe, dann habe ich die Hälfte und kann nochmal neu gucken, was geht. Schließlich läuft man auch beim Ultra einfach nur einen Schritt nach dem anderen. Die ganze Strecke ist geistig einfach nicht zu erfassen und das ist auch gut so. Und kurz danach war ich total drin: Ich bin gelaufen, was zu laufen ging – Ich bin gegangen, wenn es zu gehen war. – Die anderen Läufer waren da – Die wunderschöne Natur war da. – Ich war echt drin und habe den Lauf richtig genießen können.

Der Harz ist wirklich wunderschön. Es geht nahezu ausschließlich quer durch den Wald: kleine Trails, über verwurzelte Wege, über Stock und Stein, über kleine Bäche, auch immer mal wieder Wanderwege, dann wieder der Waldboden pur, ab und an ein Baum zum drüber klettern. An einer Stelle sprang eine Teilnehmerin locker über den Baum – das habe ich mir geschenkt. Ich bin lieber drüber geklettert. Eine Herausforderung war es tatsächlich, dass man immer den Boden im Blick haben musste, damit man nicht stolpert. Irgendwann hatte ich das aber auch drin, dass ich den Boden im Blick hatte und trotzdem die Landschaft um uns herum wahrnehmen konnte. Die Nackenmuskulatur wurde dabei schon ordentlich beansprucht. Die Schotterwege, die wir gelaufen sind, verwandelten sich ab und an in Fußballplätze. Da es neben Schotter auch größere Stein gab, kickt man die beim Laufen gerne mal in der Gegend herum und wenn es ungünstig läuft, schießt man den Stein gegen das andere Bein. Aua! Das kommt davon, wenn man die Füße nicht vom Boden hebt. Ich laufe ja tatsächlich bei langen Läufen recht ökonomisch und hebe die Füße nur so hoch wie eben nötig an – gerne auch als „Ultra-Schlappschritt“ bezeichnet. 😉

Nach ca. 3, 5 Stunden haben wir die Hälfte erreicht und von Nicht-Schaffen war keine Spur mehr. Ehrlich gesagt, hatte ich es bis dahin auch schon wieder ganz vergessen, dass ich diese komische Idee mal hatte. Man läuft halt auch einen Ultra in jedem einzelnen Moment und der kann sich immer wieder anders anfühlen. Während des Laufes habe ich insgesamt auch sehr wenig auf meine Uhr geguckt. Ich hatte so grob die km im Auge, aber auch längst nicht jeden. Die Zeit hatte ich noch weniger im Blick. Irgendwie kann man 7-7,5 Stunden genauso wenig überblicken. Ich bin früher schon mal längere Zeiten gewandert oder auch Rad gefahren oder auch die Bergwanderung auf den Patalsu im Himalayagebirge, aber dass ich nahezu ununterbrochen über 7 Stunden im Bewegung war, kann ich mich nicht erinnern. Wir bleiben weiter im Rhythmus – einfach laufen, die Berge rauf oder sehr steile Passagen runter gehen, ab und an ein Foto, an den Versorgungsstationen kurz anhalten, essen, trinken, Trinkrucksack auffüllen und weiter. Länger als 5 Minuten waren wir an keiner Versorgungsstation. Ich hatte mich einmal ganz kurz auf eine Bank gesetzt – das ist aber generell keine gute Idee. Ich merke dann schnell die Ermüdung der Beine und es ist tatsächlich besser einfach weiterzulaufen.

Nach 4:45 Stunden kamen wir beim Poppenberg an – mein Magic Moment. Zu diesem Zeitpunkt waren die ersten schon längst im Ziel. Der schnellste Mann braucht für die Strecke 3:39:14 h und die schnellste Frau 4:32:52 h. Wirklich unglaublich! Ich hatte mich im Ziel mit einem der schnellen Läufer unterhalten und ihn gefragt, ob er wirklich komplett durchläuft. Ja, tut er! Wahnsinn! Ich kann mir ja schon nicht vorstellen, den Berg raufzulaufen. Gut, das würde man mit entsprechendem Training wohl irgendwann schaffen. Aber noch weniger kann ich mir vorstellen, die richtig steilen Passagen herunterzulaufen. Es gibt eine Stelle, bei der es wirklich richtig steil über einen im Grunde nicht vorhandenen Weg mit Wurzeln, Steinen, über Baumstämme nur mit kraxeln runter geht. Ja – auch da wäre er gelaufen. Einfach Kopf aus und los… Hui!!!! Hut ab!

Nach dem Poppenberg ging die Strecke zunächst relativ flach weiter und dann gab es noch den ein oder anderen Anstieg. Zu dem Zeitpunkt hatte ich mich schon so daran gewöhnt, dass ich das gar nicht mehr richtig realisiert habe. Viel spannender war da der Moment für mich, als ich die Marathonmarke überschritten habe. Nach knapp 6 Stunden war es so weit und ich habe den kleinen Schritt über 42,195 km hinaus gemacht. Das war ein tolles Gefühl und ich habe es mit einem albernen kleinen Video und dem Abklatschen mit Jörg gefeiert.

Das war in Neustadt im Harz, wo es auch eine Versorgungsstation gab. Hier hatte ich neben dem üblichen Obst und Wasser auch ein Brot mit Bärlauchsalz genommen. Ich fand erst, dass das eine gute Idee wäre. Allerdings habe ich kurze Zeit danach etwas Probleme mit dem Magen bekommen und wir sind etwas langsamer gelaufen. Das zog sich so 2-3 km hin und dann war es wieder in Ordnung. Somit habe ich gelernt, dass ich während des Laufes besser kein Brot mit Bärlauchsalz esse. Es lag mir tatsächlich zu schwer im Magen. Dann bleibe ich zukünftig besser mal bei Obst, Riegeln und weißem Toast mit Butter und normalen Salz. 🙂

Das nächste Highlight war dann km 45, die wir nach ca. 6,5 Stunden erreicht haben. Jetzt war ich offizielle Ultraläuferin. Wow! Es fühlte sich wirklich sehr gut an.

Die letzten Kilometer haben wir tatsächlich einfach nur genossen. Wir haben noch einige Fotos gemacht, haben gequatscht und sind in Ruhe bis ins Ziel gelaufen. Interessanterweise war das gar nicht so ein euphorischer Moment. Bei meinem ersten Marathon in Köln, war die Überquerung der Ziellinie der absolute Gänsehautmoment.

Beim Überquerung der Ziellinie in Nordhausen war ich einfach nur unendlich dankbar, dass ich diese Reise machen konnte und gesund im Ziel angekommen bin.

In einem meiner Bücher steht folgender Spruch:

„Wenn du laufen willst,  laufe eine Meile.
Wenn du ein neues Leben willst, lauf einen Marathon.
Wenn du mit Gott sprechen willst, lauf einen Ultra.“

Persönlich habe ich Gott nicht gesehen, aber vielleicht war er einfach die ganze Zeit dabei – in Form der wunderschönen Natur, in den anderen Läufern – insbesondere Jörg, in der Sonne und dem perfekten Wetter, in den wunderschönen Ausblicken im Harz, im Poppenberg, in den Organisatoren und den vielen, vielen Helfern, ohne denen dieses Event nicht möglich gewesen wäre.

Ich bin sehr dankbar, dieses Abenteuer gemacht zu haben und bin jetzt wirklich sehr stolze Ultraläuferin!

Hier gibt es die Bilder und Videos zur Harzquerung.

Der Harz kann kommen

Ich war heute nochmal knapp 31 km im Haxtergrund unterwegs. Ich brauchte für meinen Kopf noch einen langen Lauf. Der ist jetzt erledigt.

Glücklicherweise hatte ich ab km 10 Begleitung von meinem Laufkumpel Jörg, so dass ich auch abgelenkt war. Mir ist es heute wirklich nicht leicht gefallen. So richtig habe ich mich noch nicht an die warmen Temperaturen gewöhnt und meine Beine taten ganz schön weh. Wir sind schön langsam durch die Gegend getrabt und die Berge gegangen. Es war tatsächlich ein prima Training für die Harzquerung. Die steht in 16 Tagen mit 51 km und etlichen Höhenmetern an. Die Spannung steigt!

Jetzt heißt es erholen, um dann richtig fit zu sein. Ich freue mich schon riesig auf die Herausforderung. 😊

Back on the road

Hurra!! Endlich wieder laufen. Nachdem ich erneut 1,5 Wochen krank war und ich damit dieses Jahr insgesamt 6 Wochen krankheitsbedingt nicht laufen konnte, stand ich am Samstag frohgemut an der Startlinie des Paderborner Osterlaufs. Bei angenehmen Läuferwetter hat der Halbmarathon richtig Spaß gemacht. Und dank Ramona aus meiner Lauftruppe haben wir uns am Ende gegenseitig gepuscht und kamen unter 2:07 h ins Ziel. Auch der Rest meiner Laufgruppe und meine Familie war in ihren Läufen erfolgreich und glücklich im Ziel. Es ist so schön, eine so tolle Truppe zu haben.

Heute ging es dann etwas gemächlicher und vor allem bergiger zu. Ich war 27 km auf dem Hermannsweg unterwegs – die optimale Trainingsvorbereitung für den Harz. Nach 10 km fand ich die Idee in 25 Tagen 51 km durch den Harz zu laufen völlig bescheuert. Ab km 20 ging es dann wieder wesentlich besser. Ich werde es schaffen – einfach langsam angehen und einen Schritt nach dem anderen. Letzteres meinte neulich auch mein Sohn zu mir: „Mama, man kann jede Strecke laufen. Einfach immer nur einen Schritt nach dem anderen und immer nur an den aktuellen Schritt denken.“ Von wem er das wohl hat. 🤔😂

Endlich T-Shirt-Wetter

Alle guten Dinge sind 3!

Am letzten Samstag stand eigentlich der Marathon in Bad Salzuflen an. Ich fand den ganz praktisch, da er aus mehreren Runden bestand und man zwischendurch entscheiden hätte können, dass man aufhört. Die Rechnung habe ich aber nicht mit Friederike gemacht- also dem Sturm, der vor ein paar Wochen Kleinholz aus dem ein oder anderen Waldstück gemacht hat. Und so auch in Bad Salzuflen. Die Stadt hatte den Lauf nicht genehmigt.

Was also tun? Einfach kurzerhand einen eigenen Marathon ins Leben rufen. Mit meiner Laufgruppe kein Problem. Ursprünglich wollten ein paar mehr mit laufen, aber aus gesundheitlichen und organisatorischen Gründen standen Jörg und ich am Ende an der „Startlinie“ des „1. Lippesee-Marathons“. Nein. Es war immer noch kein offizieller Lauf, aber unser Vorhaben brauchte schließlich einen Namen. Um 11.15 Uhr haben wir uns auf den Weg um den Lippesee gemacht. Eine Runde sind 6 km. Das war ganz praktisch, da wir unsere ( übrigens sehr gute) Verpflegung im Auto lassen konnten.

Wie das bei langen Läufen so ist, denkt man nach den ersten 10-15 km, dass es ja total prima läuft und man heute einfach alles im Grund und Boden läuft. 😉 Das hört in der Regel nach 25 km auf. Und dann ist es jedes Mal total spannend wie unterschiedlich der Körper und der Geist reagiert. Teilweise ist man völlig genervt von der Rennerei, dann verflucht man einfach alles und jeden und fragt sich, warum man das eigentlich macht, dann überlegt man, was einem gerade alles so weh tut – besonders beliebt: Waden, Oberschenkel, Beinrückseiten, Nacken. Und dann kommt völlig unerwartet eine Phase, bei der es einfach wieder gut läuft. Total irre. Schmerzen sind dann teilweise auch weniger, es macht sich ein wunderbar warmes Gefühl in einem breit und man kann entspannt weiterlaufen. Verrückt. Interessant ist auch WIE leer der Kopf irgendwann ist. Da ist einfach nix mehr drin. Ich laufe und habe das Gefühl eins mit der Bewegung und der Strecke zu sein. Es gibt einfach nichts anderes mehr – vor allem keine Gedanken. Wirklich mal angenehm – gerade mein Gehirn feuert sonst gerne und auch viel.

Wir haben jede Runde gefeiert und sind auch noch eine Runde über den Parkplatz gelaufen, um auf die Marathondistanz von 42,2 km zu kommen.

Wow!

Nach Köln und Dortmund also mein 3. Marathon. Richtig klasse.

Wir hatten sogar Urkunden, Medaillen und Pokale. Fühlt sich doch gut an, einen Lauf einfach mal zu gewinnen. 😅

Marathon Nr. 2

Heute bin ich dann mal meinen 2. Marathon gelaufen. 😊 Die Endorphinjunkies aus Dortmund hatten zum Glühwein-Marathon eingeladen. Zusammen mit Jörg und Hannes habe ich mich morgens zum 6 Uhr auf den Weg gemacht. Ein bisschen verrückt muss man irgendwie schon sein, dass man sonntags freiwillig um 5 Uhr aufsteht…. 😊

Der Lauf war ein Gemeinschaftslauf, d.h. das Tempo wurde so angepasst, dass alle gut mitlaufen konnten. Zwischendurch gab es kleine Pausen, so dass alle wieder zusammen waren. Um 7.45 Uhr ging es los – mit dem Kommando „Los geht’s“. Es war ja kein offizieller Lauf mit Zeitnahme o.ä. Die ersten etwas über 27 km führten am Phönixsee entlang Richtung Holzwickede und wieder zurück. Wir waren ein sehr nettes kleines Trüppchen und dank richtig toller Gespräch, die weit übers Laufen hinausgingen, ging die Zeit fix rum.

Um 11 Uhr waren wir wieder am Parkplatz. Hier warteten schon die Glühweinläufer auf uns. Nach kurzer Pause ging es in großer Gruppe auf weitere etwas über 15 km. Dieses Mal Richtung Dortmund City über den Weihnachtsmarkt – vorbei am berühmten, größten Weihnachtsbaum. Die Blicke der Besucher des Weihnachtsmarkts waren wirklich einmalig. Ich hatte meine Uhr einfach neu gestartet und so kam es mir ein bisschen wie ein neuer Lauf vor. Insgesamt war es dann aber halt schon ein Marathon. 😅 Zum Abschluss gab es dann Glühwein.

Heute fiel es mir echt relativ leicht und durch die vielen, tollen Gespräche ging die Zeit fix rum. Ich hatte vorab schon etwas Respekt. Ich hatte nicht explizit darauf trainiert und in den letzten zwei Wochen war ich insgesamt mit 2 kurzen Läufen recht faul gewesen. Es hat aber wirklich super geklappt und ich hätte heute sogar noch weiter laufen können.

Eine wirklich tolle Veranstaltung! Vielen Dank an die Endorphinjunkies und an die vielen Mitläufern und die tollen Gespräche. So darf Marathon auch gerne sein. 😍😍🏃🏼‍♀️

Matschparty

Heute hatte ich beim Laufen Begleitung von Jörg und wir haben zusammen den Alten Pilgerweg im Haxtergrund mit knapp 20 km und etlichen Höhenmetern gerockt. Es war allerdings seeeehr matschig und damit war die Strecke echt anspruchsvoll. 

Es war richtig schön mal Gesellschaft beim Laufen zu haben. So geht die Zeit echt wie im Fluge um. Die Aktion schreit nach Wiederholung. 

Hembsen 3-Dörfer-Lauf

Der Hochstift-Cup hat einen unschlagbaren Vorteil: man lernt eine Menge Orte in der Nähe kennen, von denen man vorher noch nichts gehört hat. Zu dieser Serie gehört auch Hembsen. Und da man aus Hembsen schnell heraus gelaufen ist, läuft man auch noch an Beller und Erkeln vorbei. Und an Wald – viel Wald mit vielen Bergen. Bei diesem Lauf kann man 4.9, 10 oder 18 km laufen. Ich hatte mich heute für die lange Strecke entschieden. Ab und an kreuzten sich die 10 und die 18 km – Strecken – und in einer Sache konnte man sich sicher sein: bei Gabelungen gingen die 18 km immer da weiter, wo es bergauf ging. 😉 Ok, ok, der Hermann ist es nicht. Das Streckenprofil ist aber dennoch ganz ansehnlich. Das wirklich schöne am Bergauf-Laufen ist ja, dass es auf jeden Fall die ganze Strecke auch wieder runtergeht. Und die letzten 7-8 km gingen auch schön bergab bzw. gerade. Eine echte Entschädigung für vorher. 

Heute fand ich den Lauf besonders schön, weil ich ziemlich direkt zu Beginn das gleiche Tempo einer anderen Läuferin hatte. Und so sind wir ins Gespräch gekommen und hatten eine kurzweilige und motivierende Strecke. Und sind am Ende auch zusammen nach 1:45 Stunde ins Ziel gekommen. Das hat echt Spaß gemacht. 

Danach war ich aber echt platt. Die Berge und die Tatsache, dass ich mit diesem Lauf das erste Mal 50 km innerhalb von 5 Tagen gelaufen bin, forderten ihren Tribut. Nach einer kleinen Mahlzeit (richtig Hunger hatte ich auch nicht mehr) und einer schnellen Dusche (der Rest wird morgen nachgeholt) bin ich fix ins Bett, um mich auszuruhen. Jetzt habe ich zwei Tage trainingsfrei, die ich auch tatsächlich brauche. Und damit habe ich Trainingswoche Nr. 7 erfolgreich abgeschlossen. 💪🏻🏃🏼‍♀️

Der Kinderlauf war direkt vor unserem Lauf. Immer wieder toll anzusehen! Und die ersten Kids waren schon nach 3:30 Minuten im Ziel. Echt fix für 1 km. 😱

Das war bei ca. km 15.

Das beachtliche Höhenprofil

Heute mit Begleitung

Heute haben meine Freundin Julia und ich es endlich geschafft, zusammen zu laufen. Davon geredet haben wir bestimmt schon seit über einem Jahr. Irgendwie hat es bisher nicht geklappt. Heute endlich! Und dann direkt 16 km zusammen. 💪🏻🏃🏼‍♀️🏃🏼‍♀️

Es war richtig schön – vor allem, weil wir tatsächlich ein sehr ähnliches Tempo laufen. Echt angenehm. Und die Zeit ging sooo schnell rum. Wir haben uns auch gefühlt 15 km lang übers Laufen unterhalten und 1 km über was anderes. 😉 Endlich hatten wir dazu mal die Gelegenheit und vor allem nervt man keine anderen Menschen mit den Laufgeschichten. Es ist echt verrückt wie viel man darüber zu bereden hat. Schön! Es war bestimmt nicht das letzte Mal. 

Wir hatten einen tollen Lauf durch die Senne und haben sogar Rehe entdeckt. Total cool. 



Hier erkennt man die Rehe 🦌