Meine bisherigen Marathons und Ultras

Bisher bin ich 6 Marathons und 2 Ultras gelaufen.

1.) Köln-Marathon, 01.10.2017 – 4:47:38 h

2.) Glühwein-Marathon Dortmund, 17.12.2017 – 5:07:33 h

3.) Lippesee-Marathon (privat), 24.02.2018 – 5:10:10 h

4.) Harzquerung (Ultra), 51 km, 28.04.2018 – 7:09:42 h

5.) Bergstadt-Marathon Rüthen, 13.05.2018 – 5:18:03 h

6.) 6-h-Lauf Stadtoldendorf (Ultra), 16.06.2018 – 44,5 km / offiziell: 41,149 km

7.) Almetal-Marathon, 14.10.2018 – 5:31:11 h / 6 km mit Julian

8.) Rothaarsteig-Marathon, 20.10.2018 – 5:20:41 h

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Ein ganz besonderer Marathon

Am Sonntag stand ein ganz besonderer Marathon auf dem Programm. Ich hatte mich für den Almetal-Marathon angemeldet, der von Harth-Ringelstein an der Alme lang bis nach Paderborn führt. Im letzten Jahr war die Erstauflage und ich war mit dem halben Marathon dabei. Dieses Jahr sollte es also die komplette Distanz sein. Und inspiriert durch einen Papa, der über Facebook von einem Lauf mit seiner besonderen Tochter erzählte, wollte ich das große Abenteuer wagen und unseren besonderen Sohn Julian ein Stück mitnehmen.

Im Training habe ich Julian schon ab und an mal in seinem Rehabuggy für ein paar Kilometer mitgenommen. Das hat jedes Mal prima geklappt und er hatte auch seinen Spaß. Er kann nicht sprechen, aber sobald ich stehen bleiben oder langsamer laufe, trappelt er mit seinen Füßen, dass es wieder schneller gehen soll. Er ist teilweise so aktiv, dass er auch selber nach den Läufen platt ist. 😉 Auf jeden Fall hat er Freude daran und das hat mich motiviert, es einfach mal zu probieren.

Beim Almetal-Marathon gibt die Möglichkeit als Schnupperläufe kleinere Teilläufe mitzumachen. Allerdings stand in der Beschreibung, dass Babyjogger nicht erlaubt sind. Mmh. Was tun? Ich habe den Veranstalter angeschrieben und was soll ich sagen: Ich habe zwei superliebe Mails zurückbekommen. Das wäre natürlich gar kein Problem und Julian bekäme auch eine eigene Startnummer und er hat mir nochmal Tipps gegeben, welches Teilstück er am besten mit“laufen“ könnte usw. Wirklich es war ganz toll und ich war schon ganz gerührt. Julian konnte das letzte Teilstück ab Wewer von 6 km bis ins Ziel dabei sein.

Also hatten wir alles geplant: Mit unserer Pflegefachkraft haben wir am Freitag noch einen Probelauf gemacht – wir haben überlegt, wie wir Absauge, Notfallset, Monitor usw. gut unter bekommen, so dass beim Laufen nichts schlackert und ich auch nicht zu viel Gewicht habe. Außerdem habe ich noch zwei Mitläufer aus meiner Lauftruppe aktiviert. Mein Mann und unsere Pflegefachkraft hat Julian und die beiden Mitläufer zum Treffpunkt gebracht. Ich habe alle während des Laufs informiert, wie weit ich bin. Aufgrund der Hitze hat es etwas länger als gedacht gedauert und Julian war schon megaaufgeregt, dass wir uns nicht sicher waren, ob das alles noch so klappt.

Nach 4,5 Stunden bin ich also dort eingetroffen. Ich habe eine kleine Pause gemacht, mich nochmal gestärkt und dann haben wir natürlich noch Fotos gemacht. Außerdem war der Veranstalter, der mit mir vorher gemailt hatte, persönlich vor Ort, hat uns viel Glück gewünscht und noch Fotos gemacht. Und dann ging es im 4er Gespann los. Es war gut, dass ich Begleitung hatte, da ich so auf Julian achten konnte und nicht noch selber schieben brauchte. Mein Mann und die Pflegefachkraft sind schon zum Ziel vorausgefahren.

Nach 3 km haben wir eine Trinkpause gemacht und Julian hat auch ein bisschen Wasser über die Sonde bekommen. Da war ich vermutlich etwas übermütig, da er kurz danach leider etwas spucken musste. Ich habe ihn also abgesaugt und danach sind wir eher im schnellen Spaziergang weitergefahren. Wir wollten schließlich gut ankommen und die Zeit war mir völlig egal. Julian hat allerdings einige Male getrappelt, weil er gerne schneller wollte. 😉 Auf dem Weg haben uns auch einige Zuspruch geleistet und gesagt, wie toll sie das finden. Unsere kleine Truppe sah aber auch zu schön aus.

Kurz vorm Zieleinlauf habe ich ihn wieder übernommen und wir sind zusammen eingelaufen. Das war ein echter Gänsehautmoment. Der Zielsprecher war auch informiert und hat sowohl Julian als auch mich persönlich begrüßt. Wow! Da musste ich doch ein paar Tränen wegblinzeln. Das war soooo schön.

Julian hat sogar eine eigene Medaille bekommen (gibt es für die Schnupperläufer eigentlich nicht) und man hat richtig gemerkt, wie stolz er war. Und ich habe ihm auch diverse Mal gesagt, wie stolz ich auf ihn bin, dass er das geschafft hat. Die Medaille hat auch nachts mit im Bett geschlafen.

Das war wieder einer dieser zauberhaften Momente, bei denen man weiß, wofür man sich sonst so abmüht. Und es ist toll, dass wir jetzt ein gemeinsames Hobby haben. Ich werde jetzt regelmäßig gemeinsam mit ihm laufen (also einfach so im Wald) und ich habe auch eine tolle Laufgruppe, die mich da voll unterstützt.

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Die grünen Pfeile weisen uns den Weg. Die Ausschilderung ist wirklich sehr gut gewesen.
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Start in Harth-Ringelstein. Hier war es noch recht kühl und ich habe etwas gefroren.
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Die Alme, die uns den ganzen Weg begleitet. Hier führt sie Wasser. Um Wewelsburg herum ist sie aktuell komplett ausgetrocknet.
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Eine so tolle Motivation im letzten Drittel des Marathons.
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Die lustigen Männchen waren an diversen Stellen aufgemalt. Fand ich echt süß.

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So war mein Blick seeeehr lange beim Marathon. Eine lange Straße, Sonne, mein Schatten und das war’s. Da ich relativ langsam laufe, hatte ich so ab km 18 für eine seeeehr lange Zeit niemanden in meiner Nähe. Nur die Verpflegungsstationen waren noch belegt – zum Glück. Es war aber streckenweise schon echt einsam.
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Ab Wewer ist Julian im Rehabuggy dabei – mit seiner eigenen Startnummer.
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Trinkpause bei km 3 (für Julian) und km 39 für mich. Julian erhält sein Essen/Getränke über eine Magensonde.
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Der Zieleinlauf – ein absoluter Gänsehautmoment.
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So sieht das der ganze Marathon bildlich aus. Julian war aber km 36 (Wewer) dabei.