Vom Velmerstot zum Hermannsdenkmal

Den heutigen Nachmittag habe ich dazu genutzt, ein Stück vom Hermann zu laufen. Los ging es mit dem Zug von Paderborn nach Leopoldstal. Auf dem Weg habe ich mir noch einen Kaffee gegönnt (in einem „bösen“ togo-Becher, die ich ja möglichst versuche zu vermeiden. Immerhin habe ich den Deckel weg gelassen…. Der Kaffeedurst war einfach zu groß.)

Als erstes ging es etwa 2 km bis zum Lippischen Velmerstot hoch. Leopoldstal liegt bei etwa 285 m und der Velmerstot auf 441 m Höhe. Es ging also tatsächlich richtig hoch. Oben war es auch recht windig und kalt. Und so einsam, dass ich sogar ein Reh entdeckt habe.

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Blick vom Velmerstot

Dann war ich kurz verwirrt, wo denn nun der Hermannsweg weitergeht – Ich wollte ja nicht einfach irgendwo runterlaufen – sonst hätte ich möglicherweise noch einen zweiten Anstieg gehabt… Ich bin dann aber doch fündig geworden und es ging an den Abstiegslauf über Stock und Stein. Das war gar nicht so einfach zu laufen. Ab jetzt kamen mir auch mehrere Wanderer entgegen und weil heute Weihnachten ist, hat auch fast jeder gegrüßt und „Frohe Weihnachten“ gewünscht. Das war echt schön. Sonst läuft man oft schweigend aneinander vorbei. Heute nicht.

Dann folgte der schönste Teil des Laufes. Es ging leicht bergab durch das Silberbachtal. Das war richtig schön und sogar die Sonne kam ein bisschen raus. So hätte ich ewig weiterlaufen können…. Aber wie das beim Hermannsweg so ist, der nächste Anstieg kommt bestimmt. Nach zwei anstrengenden An- und Abstiegen war ich schließlich bei den Externsteinen.

Ich hatte jetzt ca. 10 km hinter mir. Das klingt eigentlich nicht viel, aber durch die vielen Höhenmeter habe ich die schon ganz schön gemerkt. Und von richtig laufen konnte eigentlich auch nicht die Rede sein. Entweder ging es steil bergauf (da gehe ich eh) oder es ging bergab und dann aber über viele Steine und Wurzel oder so steil, dass ich eigentlich auch nicht laufen konnte. Und die Passagen, die mal ohne Steigung sind, waren oft so matschig, dass ich bei jedem Schritt weggerutscht bin. Ich war tatsächlich heute mal sehr am kämpfen. Und die nächsten 10 km bis zum Hermannsdenkmal waren auch nicht besser. Ich habe den Weg und meine Entscheidung diverse Male verflucht und sehr viel vor mich hingeschimpft. Zwischendurch habe ich auch überlegt, ob ich die ganze Aktion abbreche und einfach zum nächsten Bahnhof laufe. Doch so viel weniger wäre das nicht gewesen und am Ende hat der Wille, es doch bis zum Hermann zu schaffen, doch groß genug. Und so stand ich bei km 20 endlich davor. Hurra!

Allerdings war das glückliche Ankommen nur von kurzer Dauer. Am Hermannsdenkmal gibt es schließlich kein Bahnhof… Und der in Detmold ist nochmal über 5 km entfernt…. Ich war mittlerweile echt platt und bin zwei km (trotz angenehmer Bergab- und anschließend Flach-Strecke) gegangen. Und dann kam plötzlich die Energie wieder. Ich habe mir Musik auf die Ohren geschmissen und konnte wieder laufen. Es ist immer wieder spannend, wie schnell sich das ändern kann. Und so bin ich die letzten km bis zum Bahnhof im normalen Tempo gelaufen. Nach insgesamt 25,5 km bin ich am Bahnhof angekommen, da konnte ich mich am Kiosk noch mit Verpflegung eindecken und mich dann glücklich in den Zug setzen. Mein ganzer Ausflug hat 4 Stunden gedauert (inklusive der Pausen am Velmerstot, den Externsteinen und am Hermann). Jaaa – recht langsam. 🙂 Der Zug nach Paderborn zurück führte wieder über Leopoldstal und braucht für die Strecke ganze 11 Minuten. 😉 Aber mein Weg war definitiv mit mehr Erlebnis und mehr Schweinehundüberwindung.

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