Winter-Wonderland im Haxtergrund

Den ersten Schnee heute habe ich für einen schönen Winterlauf im Haxtergrund genutzt. Ich hatte erst noch etwas zu kämpfen – unterm Schnee ist nämlich gar kein weiterer Schnee sondern Matsch und große Pfützen. 😦 Also hatte ich ruckzuck nasse Füße. Nachdem ich diese Hürde genommen hatte (und mich bei meinen Lauffreunden ausgeheult habe) konnte ich den Lauf genießen. Winterläufe haben wirklich ihren eigenen Charme. Die klare Luft, die schöne Landschaft und auch die Kälte (mit Freude auf die anschließende warme Dusche) gefällt mir wirklich gut.

Da war es dann auch nicht weiter wild, dass ich an einer Stelle falsch abgebogen bin und dadurch meine ursprünglich geplante Strecke um 3 km verlängert habe. So waren es dann knapp 18,5 km.

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1, 2, 3, 4 – zu Starbucks

Mir war heute nach Starbucks. Und was macht man da als Langstreckenläuferin? Richtig – Starbucks-Karte einpacken und hinlaufen… Einzige Hürde ist, dass der nächste Starbucks in Bielefeld ist. 😉

Also habe ich mich heute erneut nach Bielefeld aufgemacht. Ich bin die Strecke bereits im Sommer als Vorbereitung für den Marathon gelaufen. Damals waren es 32 km bis Senne. Mal schauen wie weit ich heute komme.

Bis kurz vor Schloss Holte (ca. km 22) lief es total problemlos und ich habe mich auch an dem perfekten Läufer-Wetter (11 Grad und teilweise sogar leicht sonnig) erfreut. Die km flogen so dahin und verlaufen habe ich mich auch nicht. Dann kam ein kleiner Einbruch und ich bin wesentlicher langsamer gelaufen bzw. stellenweise auch gegangen. Bis Schloss Holte (km 26,5) habe ich mich irgendwie hinmotiviert. Dort habe ich meine Uhr gestopptund mich ins Café gesetzt. Ich hätte mich auch locker in den Zug zurück setzten können, aber irgendwie wollte ich doch gerne zu Starbucks. Also Uhr neu gestartet und mich weiter auf den Weg gemacht. Nach der Pause ging es auch wieder etwas besser und ich konnte eine ganze Weile wieder laufen – zwar langsam, aber laufend.

In Sennestadt (km 32) habe ich erneut ein kleines Päuschen eingelegt. Direkt am Bahnhof. 😉 Ausstieg wäre also möglich gewesen. Allerdings waren es da ja „nur“ noch 8 km bis zum auserkorenen Ziel: die Straßenbahnhaltestelle in Brackwede. Das klang gar nicht mehr so viel und hatte den schönen Nebeneffekt, dass es genau 40 km wären. Das hat mich motiviert weiter zu machen und so habe ich mich wieder auf den Weg gemacht. Die letzten 2 km gingen etwas bergauf über einen Friedhof. Die bin ich gegangen. 😉 Aber geschafft und bin glücklich in die Straßenbahn gestiegen, die mich zu Starbucks gebracht hat.

Der zweite Teil des Laufs war heute irgendwie schwierig für mich. Ich liebe ja lange Läufe und ich bin vorher schon immer aufgeregt wie ein kleines Kind an Weihnachten. Der erste Teil war auch wirklich gut und schön. Der zweite Teil war hart erarbeitet. Doch umso glücklicher bin ich jetzt, dass ich es doch geschafft habe.

Mir ist heute aufgefallen, dass mir bei jedem langen Lauf was anderes weh tut. Beim letzten langen Lauf neulich war es der untere Rücken, beim Marathon die ganzen Beine insbesondere Oberschenkel und heute war es die hintere Beinrückseite. Ganz besonders die linke Seite ist jetzt deutlich verspannt. Nunja. Wird schon wieder. Mein nächster Lauf ist ja erst für Sonntag geplant. 😉

Der Kuchen und Cappuccino bei Starbucks war sehr köstlich. Nach einer Pause dort, einen Bummel durch Bielefeld, sitze ich jetzt im Zug zurück und kann so alle durchlaufenen Orte nochmal entspannt erleben. Auch sehr schön.

Mittagspause in Schloss Holte

1 – 2 – 3 – 4 Mal 10 km und „schon“ ist man in Bielefeld.

Entspannt am Ziel

Laufende Yogini oder yogische Läuferin?

Eine weitere Leidenschaft von mir ist Yoga. Je nachdem wie häufig ich laufen gehe, findet ihr mich ca. 2-3 Mal in der Woche im Yogastudio: Yoga&Fitness. Ich finde, Yoga ist für mich die ideale Ergänzung zum Laufen und dafür gibt es eine Menge Gründe:

Zunächst stehen dort die körperlichen Ergänzungen. Yoga besteht aus Kräftigungs- und Dehnübungen – also genau die beiden Aspekte, die beim reinen Laufen oft zu kurz kommen. Beginnen wir mal direkt ganz unten bei den Füßen – das wichtigste Werkzeug beim Laufen. Beim Yoga wird die Muskulatur sehr gestärkt. Ich bin davon überzeugt, dass eine gute Fußmuskulatur essentiell fürs Laufen ist und damit vielen Problemen vorgebeugt werden kann. Ich habe in meinen Laufschuhen keine besondere Dämpfung oder Korrekturen. Ehrlich gesagt laufe ich mittlerweile selbst mit meinen ältesten Tretern völlig problemlos. Bis vor wenigen Jahren hatte ich immer Schwierigkeiten mit meinen Füßen: meine Senk- und Spreizfüße ergaben bei jeder Laufbandanalyse im Schuhgeschäft ein sehr gruseliges Bild: Bei jedem Lauf brach mein Fußgewölbe in sich zusammen, was zur Folge hatte, dass mein ganzer Knöchel und damit mein ganzen Bein nach innen abknickte. Knieprobleme waren damit vorprogrammiert und früher hatte ich tatsächlich häufiger damit zu kämpfen, wenn die Dämpfung in meinen Schuhen nachließ. Mittlerweile laufe ich selbst am Ende von langen Läufen immer noch total gerade und ich habe auch tatsächlich keine Probleme an den Gelenken – auch wenn ich 30 km oder mehr über Asphalt laufe. Ein Hoch auf meine Fußmuskulatur und auf die ständigen Korrekturen während der Yogastunden: „Achtet auf eure Fußgewölbe“.

Mein Yogalehrer Michael hat stets besondere Freude daran, Dehnübungen für die Beine ins Programm aufzunehmen – gerne auch mit einem entsprechenden Kommentar in meine Richtung. 😉 Und jaaaa, ich merke es wirklich sehr. Es gibt ein paar sehr, sehr „schöne“ Übungen für die Bein-, Po- und Hüftmuskulatur zum Dehnen und Öffnen. Auch wenn ich in dem Moment ein bisschen vor mich hin schimpfe, merke ich langfristig, wie wichtig dieser Ausgleich ist. Die Muskeln verkürzen sich bei einseitigen Belastungen wie das Laufen sehr stark und dem kann ich so sehr gut entgegen wirken.

Ganz besonders gerne auch beim Yin Yoga. Yin Yoga ist eine Yogaform, bei der bestimmte Stellungen mehrere Minuten gehalten werden. In den lange gehaltenen Stellungen werden neben den Muskeln auch die Sehnen, Bänder und Faszien gelöst. Nach den Stunden habe ich regelmäßig das Gefühl wie auf Wolken zu gehen. Während des Marathon-Trainings war daher Yin Yoga ein wesentlicher Trainingsbaustein im Plan.

Der besonders vernachlässigte Bereich beim Laufen ist der Oberkörper und damit ist es gut, dass beim Yoga die Bauch-, Rücken- und Armmuskulatur gestärkt wird. Regelmäßig beim Laufen spüre ich, wie viel Kraft ich aus dem Oberkörper ziehen kann, wenn die Beine langsam schlapp werden. Eine Konzentration auf die Armbewegungen und auf einen gerade Oberkörper kann da tatsächlich Wunder bewirken.

Doch neben den ganzen körperlichen Vorteilen hilft mir Yoga ganz besonders mental weiter – insgesamt aber eben auch beim Laufen. Yoga ist Anspannung und Entspannung im gleichmäßigen Wechsel. Das entspricht dem Rhythmus beim Laufen. Anspannung im Laufen insbesondere bergauf – Entspannung beim Bergablaufen oder an der Ampel. 😉 Anspannung während des Laufs – Entspannung nach dem Lauf. Beim Yoga in der Entspannung konzentriere ich mich vollständig auf die Entspannung, genieße sie und ich denke nicht darüber nach, dass gleich wieder eine anspannende Übung ansteht. Und ich spüre, dass ich das beim Laufen auch immer mehr mache. Laufe ich einen Berg hinunter, freue ich mich einfach darüber, dass es gerade so gut läuft; oder stehe ich an der Ampel, genieße ich die kleine Pause. Ich mache mir keine Gedanken darüber, dass es gleich weiter geht oder dass der nächste Berg ansteht. Gleiches gilt für die Strecke. Distanz entsteht eh nur im Kopf. Wenn mich die gesamte Strecke überfordert, denke ich über den aktuellen Schritt nach. Kann ich den noch laufen? Oder habe ich das Gefühl sofort stehen bleiben zu müssen? Wenn nicht, dann laufe ich den Schritt und entscheide so Schritt für Schritt wie weit ich komme. Und so habe ich bisher jede gewünschte Strecke hinter mich gebracht.

Manchmal nehme ich im Studio auch beim HIIT teil: High Intensity Interval Training  – 1 Minute lang wird intensiv ein herausfordernde Übung durchgeführt – anschließend gibt es eine kurze Pause. Michaels Mantra lautet stets: „Es ist nur eine Minute“. Und dieses Mantra hat mich insbesondere letztes Jahr beim Martinslauf den Eselsberg hinaufgetragen. Ich habe mir die ganze Zeit gesagt, dass es nur eine Minute ist, dann geht es wieder bergab. Mittlerweile habe ich das so verinnerlicht, dass ich das Mantra nicht mehr brauchen. Ich weiß ganz genau: Nach der Anspannung kommt ganz sicher wieder die Entspannung. Allerspätestens wenn ich das Ziel erreicht habe und stolz auf die Leistung bin. Und bis dahin erfreue ich mich an der Anspannung. Es ist schließlich Wahnsinn, was mein Körper in dem Moment leistet und dafür bin ich sehr dankbar.

Ein weiterer Aspekt ist die Atmung. Beim Yoga wird durchgängig geatmet. Der Atem führt die Bewegung – der Atem kommt, die Bewegung kommt, die Bewegung geht, der Atem geht. Ein ewiger Rhythmus. Und durch diverse Atemübungen hat sich meine Atmung sehr vertieft. Und so versuche ich auch stets beim Laufen ruhig zu atmen. Ganz besonders wenn es mal einen anstrengenden Berg hinauf geht. In dem Moment brauche ich schließlich die ganze Energie, die mir der Atem schenken kann. Sobald ich spüre, dass ich nicht mehr locker laufe, konzentriere ich mich ganz besonders auf die Atmung und schenke mir ein paar tiefe, bewusste Atemzüge. Besser als jeder Espresso für einen direkten Energiekick! Auch das scheine ich komplett integriert zu haben. Es fällt mir gar nicht mehr auf, dass ich bei langsamen Läufen mittlerweile tatsächlich durch die Nase atme – wie beim Yoga üblich. Mein Laufpartner fragte mich neulich, ob ich durch die Nase atmen würde – und es stimmt! Wenn ich in einem ruhigeren Pulsbereich laufe, atme ich tatsächlich durch die Nase. Gerade bei der aktuellen kalten Witterung ist es sehr angenehm für die Lunge. Bei schnellerem Puls schaffe ich das natürlich auch nicht mehr. Aber es war sehr schön, zu entdecken, dass ich das mittlerweile so integriert habe, dass ich es unbewusst mache.

Apropos Bewusstsein: Im Yoga konzentriert man sich stets auf den Augenblick und ist voll und ganz da. Auch beim Laufen bin ich das immer mehr. Ich genieße den Augenblick: Ich genieße die Umgebung, ich genieße die Vorwärtsbewegung, ich genieße den Atemrhythmus, ich genieße das Rauschen des Windes in meinen Ohren, ich genieße Sonne, Regen oder Wind in meinem Gesicht, ich genieße meinen Herzschlag, der mir zeigt, dass ich lebe und wie stark ich bin, … Ich genieße tatsächlich viele Kleinigkeiten. Ich erlebe sehr viele bewusste Momente und denke immer weniger darüber nach, was vor dem Lauf war oder was nach dem Laufen noch kommt. In diesem Moment gibt es nur mich und den Lauf – eine wunderbare Erfahrung. Ich bin eins mit meinem Bewusstsein. Nicht immer – aber immer öfters.

Danke Yoga 🧘🏼‍♀️ – danke Laufen🏃‍♀️!

Ganz schön nass heute…

Meine Motivation heute laufen zu gehen, hielt sich etwas in Grenzen. Ich habe noch Muskelkater vom Yoga gestern und so richtig Lust hatte ich auch nicht.
Nach kurzer Diskussion mit meinem inneren Schweinehund, haben wir uns dann doch gemeinschaftlich auf den Weg gemacht. Nach der Hälfte der Strecke fing es an zu regnen. Hui. Ich bin echt ganz schön nass geworden. Am Ende bin ich doch auf fast 12 km gekommen und war sehr zufrieden damit. Und die warme Dusche danach war heute doppelt so schön. 

Beim Laufen selber stört es mich nicht so sehr, wenn es regnet. Die Sicht ist durch die Brille nur schlechter. 🤓 Als ich allerdings danach mit dem Rad quer durch Paderborn bin, bin ich nochmal richtig nass geworden. Und das hat mich echt gestört und habe vor mich hingeschimpft. Ein Hoch auf einen Trockner. 🤣

Ganz schön nass heute…

Meine Motivation heute laufen zu gehen, hielt sich etwas in Grenzen. Ich habe noch Muskelkater vom Yoga gestern und so richtig Lust hatte ich auch nicht.
Nach kurzer Diskussion mit meinem inneren Schweinehund, haben wir uns dann doch gemeinschaftlich auf den Weg gemacht. Nach der Hälfte der Strecke fing es an zu regnen. Hui. Ich bin echt ganz schön nass geworden. Am Ende bin ich doch auf fast 12 km gekommen und war sehr zufrieden damit. Und die warme Dusche danach war heute doppelt so schön. 

Beim Laufen selber stört es mich nicht so sehr, wenn es regnet. Die Sicht ist durch die Brille nur schlechter. 🤓 Als ich allerdings danach mit dem Rad quer durch Paderborn bin, bin ich nochmal richtig nass geworden. Und das hat mich echt gestört und habe vor mich hingeschimpft. Ein Hoch auf einen Trockner. 🤣

Matschparty

Heute hatte ich beim Laufen Begleitung von Jörg und wir haben zusammen den Alten Pilgerweg im Haxtergrund mit knapp 20 km und etlichen Höhenmetern gerockt. Es war allerdings seeeehr matschig und damit war die Strecke echt anspruchsvoll. 

Es war richtig schön mal Gesellschaft beim Laufen zu haben. So geht die Zeit echt wie im Fluge um. Die Aktion schreit nach Wiederholung.