Halbmarathon Nr. 3 – Die Hitzeschlacht in Salzkotten

Nach dem Osterlauf hat es mich dann wieder gepackt und ich habe mich für den nächsten Halbmarathon in Salzkotten angemeldet. Dieses Mal sollte es eine Zeit unter 2:00 h werden und ich habe mich in den nächsten Trainingsplan gestürzt. Und so habe ich den Trainingsplan aus meiner Laufbibel getestet. Umgesetzt sah das Ganze wie folgt aus. Ich habe die Zeiten und km zwecks besserer Lesbarkeit gerundet, die Pace-Angaben berechnen sich aus den exakten Zeiten:

  • Freitag, 22.04. Intervalltraining – 5,4 km – 41 Minuten – Pace: 7:40 Min./km
  • Sonntag, 24.04. Lauf – 4,2 km – 33 Minuten – Pace: 7:48 Min./km
  • Montag, 25.04. Langer Lauf – 10,4 km – 75 Minuten – Pace: 7:14 Min./km
  • Mittwoch, 27.04. Schneller Lauf – 8 km – 46 Minuten – Pace: 5:46 Min./km
  • Donnerstag, 28.04. Lauf – 6,6 km – 48 Minuten – Pace: 7:16 Min./km
  • Samstag, 30.04. Lauf – 9,5 km – 70 Minuten – Pace: 6:20 Min./km
  • Montag, 02.05. Langer Lauf – 13 km – 95 Minuten – Pace: 7:20 Min./km
  • Mittwoch, 04.05. Intervalltraining – 6,55 km – 40 Minuten – Pace: 6:09 Min./km
  • Donnerstag, 05.05. Schneller Lauf – 6,12 km – 33 Minuten – 5:31 Min./km
  • Samstag, 07.05. Langer Lauf – 15,4 km – 120 Minuten – Pace: 7:48 Min./km
  • Montag, 09.05. Intervalltraining – 5,8 km – 52 Minuten – Pace: 9 Min./km
  • Mittwoch, 11.05. Lauf – 5,25 km – 37 Minuten – Pace: 7:11 Min./km
  • Freitag, 13.05. Wettkampf – 10 km – 55:29 Minuten – Pace: 5:33 Min./km: Der Residenz-Abendlauf in img_6055Schloss Neuhaus – eine wunderschöne Strecke und erneut meine persönliche Bestzeit. Ich war im siebten Läuferhimmel. Es wäre sogar noch ein bisschen mehr drin gewesen. Nach der Hochrechnung des Wettkampfrechners (http://www.runnersworld.de/wettkampfzeit) war zu diesem Zeitpunkt eine realistische Marathonzeit von 2:03:20 zu erreichen. Das klang sehr gut und vielversprechend. Der Lauf hat mir auch einen Booster für die nächsten Trainingseinheiten gegeben, da ich dadurch auch insgesamt schneller wurde.
  •  Sonntag, 15. Mai Lauf – 8,8 km – 60 Minuten – Pace: 6:48 Min./km
  • Dienstag, 17. Mai Intervalltraining – 6,5 km – 47 Minuten – Pace: 7:17 Min./km
  • Donnerstag, 19. Mai Lauf – 8,6 km – 55 Minuten – Pace: 6:23 Min./km
  • Freitag, 20. Mai – Schneller Lauf – 6 km – 34 Minuten – Pace: 5:45 Min./km
  • Sonntag, 22. Mai – Langer Lauf – 18 km – 119:32 Minuten – Pace: 6:38 Min./km: Dieser Lauf hat mir sehr viel Motivation gegeben. Ich bin zwei Mal um die Aabach-Talsperre gelaufen und die Zeit war exakt 1 Min./km langsamer als ich mir für den Halbmarathon vorgenommen hatte. Damit war ich genau im Plan. Bei diesem Lauf habe ich – wie üblich – bei meinen längeren Lauf bei ca. km 14/15 einen kleinen Leistungseinbruch gespürt. Mit meinen damaligen Ernährungsunterstützungen (alle paar km: ein Stückchen Traubenzucker) konnte ich es aber einigermaßen ausgleichen. Somit war ich zuversichtlich meine Wunschzeit unter 2 Stunden zu erreichen. Was ich allerdings nicht bedacht hatte, dass es an diesem Tag noch vergleichsweise kühl war und erst danach kam ein stetiger Temperaturanstieg. Ich laufe nicht so gerne bei hohen Temperaturen. Am liebsten ist mir Wetter um die 15 Grad und dazu gerne auch ein bisschen Nieselregen…
  • Dienstag, 24. Mai – Lauf – 8,5 km –  60 Minuten – Pace: 7:02 Min./km
  • Freitag, 27. Mai – Langer Lauf – 18 km – 130 Minuten – Pace: 6:41 Min./km
  • Dienstag, 31. Mai – Lauf – 10,4 km – 63 Minuten – Pace: 6,05 Min./km
  • Samstag, 04. Juni – Entspannter Lauf – 4,3 km – 32 Minuten – Pace: 7:21 Min./km

Und dazwischen immer mal wieder Yoga und Trampolin. Durch das ganze Training (in Summe: 216,7 km) fühlte ich mich wirklich gut vorbereitet. Am Sonntag, 05. Juni stand ich also erneut in Salzkotten am Start. Leider war es so gar nicht mein Läuferwetter: sehr warm und schon morgens um 9 Uhr richtig schwül. Ich habe mich daher von meiner Zielzeit von unter 2 Stunden schon vorher verabschiedet und hatte nun eine Zeit von 2:05 Stunden anvisiert. Das fand ich aufgrund meines Trainingszustands und der Wärme realistisch. Und wer weiß, vielleicht ist am Ende doch noch ein kleines bisschen mehr drin. Ich bin zusammen mit unserem Nachbarn nach Salzkotten gefahren und habe auch am Start noch den ein oder anderen Bekannten getroffen (u.a. wieder Henry, der mir natürlich wieder Mut zugesprochen hat). Die erste Runde lief auch wirklich gut. Ich war genau in meiner gewünschten Zielzeit von 2:05 Stunden. Ich teile die Strecke immer auf, dass ich die erste Hälfte in ungefähr 51 Prozent der Zeit laufe und die zweite Hälfte in 49 Prozent der Zeit. Ich fühlte mich auch – trotz Wärme – noch sehr gut. Ich hatte schon den ein oder anderen Läufer aufgebend am Straßenrand stehen gesehen und war froh, dass es mir noch prima ging. Die Strecke in Salzkotten führt durch Salzkotten durch, dann Richtung Verne, durch Verne durch und von dort wieder zurück. Der Hinweg nach Verne geht leicht bergab und dementsprechend der Rückweg leicht bergauf. So brachial hatte ich das vom Vorjahr gar nicht mehr in Erinnerung. In Verne selber ist ein ziemlicher Anstieg, der mir auf der zweiten Runde auch echt zu schaffen gemacht hat und bei km 18 kam plötzlich der totale Einbruch. Ich musste zeitweise sogar gehen, weil mir beim Laufen fast etwas schwummerig wurde. Ich habe es dann auch ruhiger angehen lassen und mich damit auch von meinen 2:05 Stunden verabschiedet. Das war wirklich ein harter Moment. Allerdings wollte ich doch lieber finishen – egal in welcher Zeit. Ich habe mich noch wieder einigermaßen gefangen und bin bei einer Nettozeit von 2:10:53 Stunden über die Ziellinie gelaufen. Ich habe echt kurz geheult, weil ich so weit weg von meiner trainierten Zeit war. Und vor allem, weil ich fast 5 Minuten auf den letzten 3 km gelassen hatte. Unglaublich wie traurig man darüber sein kann…

In Summe bin ich aber im Nachhinein sehr zufrieden mit dem Ergebnis – ich hatte mich schließlich erneut verbessert und das trotz dieser brachialen Umstände. Es haben mir auch viele erzählt, dass sie aufgrund der Wärme gar nicht angetreten sind bzw. tatsächlich viele abgebrochen haben. Ich kann also wirklich stolz auf dieses Ergebnis sein. Und ich bin froh, dass ich trotz aller Ambitionen immer auf meinen Körper höre und genau weiß, wann es zu viel wird. Diese Erfahrung habe ich mitgenommen. Und Platz 2 meiner Altersklasse (W35) – ok, es gab nur drei in meiner Altersklasse. Egal. Ich fand es trotzdem lustig. Am nächsten Tag habe ich fröhlich meinen 39. Geburtstag gefeiert.

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