Mein erster Halbmarathon

Seit meinem ersten 10-km-Lauf im April 2001 bin ich die nächsten Jahre immer mal wieder gelaufen. Mal mehr und mal weniger regelmäßig, aber selten über 10 km. Zwischendurch habe ich auch einen Jedermann-Triathlon mitgemacht und immer mal wieder den Osterlauf. Vor einigen Jahren bin ich auch mal angefangen für den Halbmarathon zu trainieren. Es wurde mir aber irgendwann zu viel Rennerei, so dass ich es wieder gelassen habe. Im März 2015 bin ich mal wieder just for fun 10 km gelaufen. Das lief so prima, dass ich mich direkt wieder für die 10 km beim Osterlauf angemeldet habe, den ich mit einer Zeit von 1:00:33 Stunden beendete. Und danach war es für mich sonnenklar: In diesem Jahr werde ich meinen ersten Halbmarathon laufen. In Salzkotten im Juni sollte es sein. Er passte einfach perfekt in den Trainingsplan, den ich mir herausgesucht habe. Ich nutze gerne die Trainingspläne von runnersworld.de. Damit habe ich bisher auch immer meine gewünschten Zeiten erreicht. Ambitioniert habe ich direkt für eine Zeit auf 2:15 Stunden trainiert. Der Plan passte prima und ich hatte genug Motivation fürs Training. Den 10-km-Probelauf habe ich einen Monat vorher in bravourösen 56:24 Minuten abgeschlossen – meine bis dahin persönliche Bestzeit. Nur die letzte Woche vor dem Halbmarathon hatte ich einen Durchhänger und war wohl etwas übertrainiert. Ich bin dann kaum noch gelaufen und war noch zum Yoga und Trampolin im Yoga-Studio. Es hat in Summe alles gepasst und so stand ich am 07. Juni 2015 pünktlich in Salzkotten an der Startlinie. Ich mag ja diese besondere Anspannung vor den Volksläufen. Ein großer aufgeregter Bienenschwarm, der nur ein Thema hat: Laufen – aus den unterschiedlichsten Gründen.

Der Halbmarathon selber war wirklich gut. Ich war fast genau in meinen anvisierten Zeiten. In Salzkotten läuft man zwei Mal die gleiche Runde. Das Wetter war an diesem Tag auch passend. Es kam wirklich eine Menge gutes zusammen. Die erste Runde klappte wunderbar. Ich habe sie etwas langsamer angehen lassen und konnte so die zweite Runde ein kleines bisschen schneller angehen. Genau wie geplant. Auf der zweiten Runde habe ich eine nette Lauftruppe von Männern kennen gelernt. Wir hatten eine zeitlang das gleiche Tempo. Nach einiger Zeit sprach mich einer der Männer an und fragte nach, was denn Team DAVID sei. Ich laufe bei den Wettkämpfen immer mit einem Team DAVID T-Shirt (Dazu später mehr). Ich habe ihm also die Story erzählt und wir sind ein bisschen ins Plaudern gekommen. Er ist ein Ultramarathonläufer und hat schon diverse irre lange Läufe mitgemacht. Dieser Marathon (er lief 4 Runden) war auch nur zum Üben, um das Equipment für einen wesentlich längeren Lauf in ein paar Wochen zu testen. Ich war total fasziniert. Mit Henry bin ich mittlerweile über facebook verbunden und wir treffen uns immer mal wieder auf diversen Läufen. Währendes Laufes meinte Henry, dass ich wirklich locker laufen würde und das das nach mehr aussieht und wann ich denn meinen ersten Marathon laufen würde. Ich antworte mit einem Grinsen: „Mit 40 – gestern bin ich 38 geworden. Das passt doch dann“. Das fand er auch.

Gemeinsam mit der Gruppe habe ich meine bis dahin längste Strecke überschritten. Im Training bin ich maximal 18 km gelaufen. Als ich an der 18er-Marke vorbeikam, riefen sie mir auch zu: „Kathrin, da ist die 18 – nimm sie dir mit“. Die letzten etwas über 3 km liefen sich echt ganz prima. Ich habe zwar die Beine und die Müdigkeit gemerkt. Ich war aber so euphorisch, dass mir das wenig ausgemacht hat. Kurz vor dem Ziel standen Philipp (mein Mann) und Bjarne (mein Sohn) mit einem selbst gemalten Schild „Schneller, Kathrin. Du schaffst das!“ am Rand und feuerten mich an. Es gab für beide noch zwei schnelle Küsse (der Zeitverlust von ein paar Sekunden war es allemal wert) und die letzten Meter bin ich geflogen. Und so lief ich problemlos nach 21,095 km mit einer Zeit von 2:15:30 über die Ziellinie. Na, wer sagt es denn – fast meine anvisierte Zeit. Ich war im 7. Läuferhimmel.

Den Rest des Tages habe ich mich erholt. Eine Woche später habe ich meinen Geburtstag mit Familie und Freunden gefeiert und ich habe diverse Geschenke zum Laufen geschenkt bekommen. Unter anderem eine tolle Läuferfibel, die immer noch ein treuer Begleiter ist. Ich war an diesem Tag immer noch im Runners High und mir hätte man das Grinsen aus dem Gesicht schlagen müssen. 😉 Ein toller Geburtstag! Ein toller Lauf!

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